Dietmar Bartsch
imago stock&people, Christian Schroedter
Bild: imago stock&people, Christian Schroedter

Thadeusz fährt - Politiker antworten - THADEUSZ chauffiert Dietmar Bartsch (Die Linke)

Als er vor zwei Jahren gemeinsam mit Sahra Wagenknecht den Fraktionsvorsitz der Linken übernimmt, sagen viele der politischen Zwangsehe ein schnelles Ende voraus. Doch das ungleiche Duo hat sich auf dem Kurs Richtung Bundestagswahl bewährt - laut Meinung vieler Beobachter in erster Linie der Verdienst von Dietmar Bartsch.  

Der kühle Blonde aus dem Norden hält wie ein besonnener Steuermann das Schiff auf Kurs, selbst wenn ihn dann und wann ein lästiger Winddreher aus den Reihen anweht. 
 
In Thüringen stellt die Linke den Ministerpräsidenten, in Berlin und Brandenburg ist sie als Juniorpartner in der Koalitionsverantwortung - nun soll auch im Bund der Sprung ins Regierungslager gelingen. Die im Wahlprogramm entworfenen Steuerpläne versprechen jedenfalls bereits paradiesische Zustände: Durch Umverteilung von oben wird Armut quasi abgeschafft, es gibt mehr Geld für Bildung, Arbeitslose und Rentner. Das Problem hierbei: Die Sozialdemokraten, gewichtiger Teil der einzig möglichen Koalitionsoption im Bund, hält ihre ungeliebte Schwesterpartei in ihrer Einstellung zur EU, internationalen Militäreinsätzen und dem Verbleib in NATO für nach wie vor so vogelwild, dass eine Zusammenarbeit auf Bundesebene bis auf weiteres utopisch scheint.
 
Auf der gemeinsamen Fahrt vom Prenzlauer Berg nach Berlin-Mitte verplaudern Jörg Thadeusz und Dietmar Bartsch die Zeit bei einem Schlenker durch den Osten der Hauptstadt, wo der Sozialismus einst besonders pittoresk funkelte. Warum funktioniert Links scheinbar nicht mehr als gesellschaftstaugliche Option für politischen Protest? Warum ist Opposition auf Dauer nicht sexy? Und mit welcher Strategie kämpft Bartsch auf den letzten Metern im Rennen um Platz Drei? ​