Peter Tauber, Generalsekretär der CDU Peter Tauber
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Bild: imago/Metodi Popow

Thadeusz fährt - Politiker antworten - THADEUSZ chauffiert Peter Tauber (CDU)

Als ihn die Kanzlerin nach der letzten Bundestagswahl als neuen CDU-Generalsekretär präsentiert, spricht Angela Merkel von einem "Signal an die Jungen". Der promovierte Historiker wurde mit der Aufgabe betraut, der Regierungspartei aus ihrem etwas verstaubten Mantel zu helfen und sie "jünger, weiblicher und bunter" zu machen.

Zur Kommunikation seines Modernisierungskurses nutzt der 43-jährige gerne und intensiv die sozialen Netzwerke. Hier spürt der sportbegeisterte Reserveoffizier Stimmung für politische Themen nach, teilt allerdings auch private Erfolgsmeldungen zu seinen täglichen Laufzeiten oder irritiert mit einem missglückten Tweet.

Die eigentliche Nagelprobe wartet auf Peter Tauber, als während der Flüchtlingskrise die Umfragewerte der Kanzlerin in den Keller rauschen. Nachdem eine Landtagswahl nach der nächsten verloren geht, bläst dem 43-jährigen auch aus den eigenen Reihen der Wind entgegen, er wird als zu weich und liberal befunden. Doch Tauber scheint von seiner Chefin gelernt zu haben: Mit offensiver Zurückhaltung gelingt es dem gebürtigen Hessen, den in Aufruhr befindlichen Laden so lange zusammenzuhalten bis genügend Druck vom Kessel genommen ist und der zwischenzeitliche Höhenflug des Koalitionspartners beendet ist. Inzwischen scheint die Union ihrer politischen Konkurrenz wieder weit enteilt.

Auf der gemeinsamen Fahrt von der CDU-Bundesgeschäftsstelle in die Mitte Berlins versucht Jörg Thadeusz mit seinem Fahrgast ein paar offene Fragen zu klären. Welche unbekannten Einblicke in die Befindlichkeit der Hauptstadt liefert das antiquiert erscheinende Instrument des Haustürwahlkampfs? Wie hält man die eigene Angriffslust in Form, wenn die Opposition schwächelt? Wie oft durchzuckt ihn der Gedanke daran, der als sicher verbuchte Wahlsieg könnte doch noch kippen?