Die Halong-Bucht, Quelle: Ingo Aurich
Die Halong-Bucht

Reisetagebuch Etappe 7, Teil 1 - Saigon - Halong-Bucht (27.01.-02.02.13)

Wir werden vom vietnamesischen Straßenverkehr mitgerissen und bestaunen die vietnamesische Wohn- und Bauweise.

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Wunderschöne Küstenlinie auf dem Weg nach Ha Long; Quelle: Ingo Aurich
Wunderschöne Küstenlinie auf dem Weg nach Ha Long
Freitag, den 01.02.2013 - Hue also, die alte Kaiserstadt, sehen wir nur morgens einige Minuten lang im Nebel bei der Abfahrt zur Halong-Bucht. Wir fahren immer entlang einer traumhaften Küstenlinie. Zur Mittagszeit überqueren wir den 17. Breitengrad, die ehemalige Demarkationslinie zwischen Nord- und Südvietnam. Ein kleines Museum erinnert an den Krieg.
Ehemalige Grenze zwischen Nord- und Südvietnam auf dem Weg nach Vinh; Quelle: Ingo Aurich
Ehemalige Grenze zwischen Nord- und Südvietnam auf dem Weg nach Vinh
Vor dem Museum stehen zwei gewaltige Lautsprechertrichter. Unsere vietnamesische Begleiterin Lan (wir haben zwei reizende Damen an unserer Seite, Lan und Tram) sagt mir, dass Nordvietnam damit über den Fluss getönt hat, z. B. heimatliche Volkslieder. Das gegenüber liegende Militär tat Ähnliches.

Lautsprechergetöse gab es einst auch an der Berliner Mauer, aber in Berlin wäre wohl mit deutschem Volksliedgut nicht viel zu erreichen gewesen, glaube ich. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass hier an diesem Breitengrad fürchterlich bombardiert wurde. Die ganze Region nördlich der Grenze lebte unter der Erde, mit ihren Schulen und Lazaretten. 7 Tonnen amerikanische Bomben pro vietnamesischen Kopf, sagt Lan. Wir fahren nur bis Vinh. Ankunft in der Nacht, Ha Long ist immer noch nicht erreicht.

Anstrengender Fahrtag zur Halong-Bucht; Quelle: Ingo Aurich
Anstrengender Fahrtag zur Halong-Bucht
Samstag, den 02.02.2013 - Heute wollen wir in Ha Long ankommen. Die Festvorbereitungen werden immer intensiver, das zeigt der Asian Highway. Man kann sich das so vorstellen wie unsere Weihnachtsvorbereitungen. Es wird gekauft und angeschleppt, was das Zeug hält. Mannshohe Apfelsinenbäumchen zum Beispiel, transportiert auf dem Moped. Vermutlich lebendige Schweine in Körben, zwei Stück auf dem Gepäckträger. Und gewaltige Mengen Strauchwerk, welches dann wohl am 9. Februar blühen wird. Zurzeit sind also noch mehr Menschen und Transporte auf der Straße. Gregor und Ingo, unsere meisterhaften Fahrer (ich darf das sagen, denn sie bringen uns immer sicher ans Ziel), sind ziemlich erschöpft.
Teamwork nach Unfall; Quelle: Ingo Aurich
Teamwork nach Unfall
Dann noch ein Unfall: Wir haben uns einen fetten, rostigen Nagel eingefahren. Schnell und gemeinsam können wir die Panne wieder beheben.
Typische vietnamesische Häuserzeile; Quelle: Ingo Aurich
Typische vietnamesische Häuserzeile
Kurz zu den für Europäer auffälligen vietnamesischen Häusern am Asian Highway: Nachts kann man nämlich auch noch direkt hineinsehen. Man stelle sich vor: Schuhkartons, zwei, drei, vier oder mehr übereinander, die schmale Seite zur Straße. Oben ein Spitzdach. Breite des Hauses: 3 bis 5 Meter; Länge je nach Geldbeutel, Höhe beeindruckend. Die Straßenseite pompös mit Risalit und Attika und Traillen und Säulchen und Schnörkelchen, wenn’s geht, noch ein Türmchen oben drauf, die Seiten grau und fensterlos wie ein Hochbunker.
Die Straßenseite ist auf ganzer Breite offen wie ein Scheunentor. So also kann man hineinsehen, direkt auf Fernseher mit der Familie davor. Und es wäre eigentlich ganz unterhaltsam, so Haus für Haus anzuschauen, wenn wir nicht so fürchterlich rasen müssten. Selbst durch die Städte fährt niemand nur 50 km/ h. Gehupt wird im Dauerton. Ich kann also dem geneigten Leser dieses Reisetagebuches raten, sich nicht direkt am vietnamesischen Highway No. 1 eine Wohnung nehmen zu wollen.

Wir sind in Ha Long angekommen. Es ist Nacht und im Hotelrestaurant spaziert eine Ratte über das für Morgen vorbereitete schwedische Frühstücksbüffet. Gute Nacht.

Christian Klemke

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