Die Halong-Bucht, Quelle: Ingo Aurich
Die Halong-Bucht

Reisetagebuch Etappe 7, Teil 1 - Saigon - Halong-Bucht (27.01.-02.02.13)

Wir werden vom vietnamesischen Straßenverkehr mitgerissen und bestaunen die vietnamesische Wohn- und Bauweise.

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Fischer im Korbboot mit Bambuskorb
Fischer im Korbboot mit Bambuskorb
Sonntag, den 27.01.2013 - Gestern die Fahrt von Saigon nach Nha Trang. Heute hier der erste Dreh. Wir sind früh auf, um einen Fischer zu finden, der mit so einem dieser runden geflochtenen Korbboote raus fährt. Frühmorgens am Strand, am Südchinesischen Meer… und nicht nur ein, nein, alle Fischer fahren mit diesen Booten. Natürlich nicht auf die offene See, nur zu ihren Fischkuttern. Kameramann Thomas fährt mit. Es ist schon eine wackelige Angelegenheit. Im Film dann mehr davon.
Nha Trang; Quelle: Ingo Aurich
Nha Trang
Um den schwarzen Marlin, einen Schwertfisch zu fangen, sind die Fischer etwa einen Monat auf See. Soviel Zeit haben wir nicht. Nha Trang hat etwas von Nizza. Das hatten sich die Franzosen damals so hergerichtet, als sie noch Kolonialherren waren hier in Vietnam. Heute zeigt sich Nha Trang eher russisch – der Touristenmassen wegen. Abendbrot bei Signora Gigi, einer Neapolitanerin, die irgendwie in Vietnam hängenblieb. Sie wirkt ein wenig überkandidelt, macht aber einen richtig guten Espresso Crema.
Auf der Fahrt nach Hoi An; Quelle: Ingo Aurich
Auf der Fahrt nach Hoi An
Montag, den 28.01.2013 - Der Asian Highway No. 1 führt immer an der Küste entlang. Also werden wir viel Meer sehen. Und wir werden viel Strecke machen müssen. Jeden Tag. Es zeigt sich, dass das Fahren auf dem vietnamesischen Abschnitt des AH1 seine Tücken hat. Die Fahrerei hat einen eigenen Rhythmus: losrasen - runterbremsen – losrasen – runterbremsen - losrasen. Unentwegt. Alle 50 Meter ist ein schleichender Riesen-LKW zu überholen... Munter hinein in den Gegenverkehr. Dort, auf der gegenüberliegenden Spur, sieht es nämlich genauso aus. Und das alles stundenlang. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit bei dieser Fahrweise: Kaum 40km/h. So schaffen wir nur die Strecke bis Quang Ngai, das sind knapp 400 km. Ach ja, zwischen den LKW quirlen außerdem zigtausende Mopeds herum.

Abendessen auf der Strecke. Eine gigantische Halle mit vielen Stühlen und Tischen. Außer uns kein Gast zu sehen, dafür aber ist ein weißer Mercedes im Gastraum abgeparkt. Eine Restaurantgarage oder ein Garagenrestaurant sozusagen.
Kurz vor Quang Ngai; Quelle: Ingo Aurich
Kurz vor Quang Ngai
Dienstag, den 29.01.2013 - Weiterfahrt nach Hoi An, die Stadt an Meer. Hoi An war einmal der wichtigste Hafen Südostasiens, damals im 17. und 18. Jahrhundert. Und die alte Stadt blieb unzerstört während des Vietnamkrieges. Man sagt uns, Hoi An wäre vor 25 Jahren noch ein übles Drecksnest gewesen, heruntergekommen und vermüllt. Kaum zu glauben.

Die Altstadt ist nun UNESCO-Weltkulturerbe... und die Stadt der Schneider. Ein Herren-Maßanzug soll etwa 100 Dollar kosten und in 8 Stunden fertig sein. Wir sind aber nicht zum Spaß hier, sondern dienstlich!
Wir schaffen es nicht ganz an diesem Tag und übernachten in Quang Ngai.
Hoi An am Abend; Quelle: Ingo Aurich
Hoi An am Abend
Mittwoch, den 30.01.2013 - Erwähnte ich schon, dass wir jetzt hier in Hoi An Ende Januar bei 30 Grad im Schatten unter Palmen wandeln? Aber wir drehen lieber mehr, als dass wir wandeln, die Luft ist sehr heiß und feucht. Mir fällt auf, dass einige Händler in der Altstadt vor ihren Läden Geld, Waren und Kleidung verbrennen. Nicht, weil sie zuviel davon haben, sondern weil das Tet-Fest, das vietnamesische Neujahrsfest, vor der Tür steht. Eine freundliche Geste an die Geister (oder Götter?). Wie auch immer, es gibt dafür extra Geldschein-Sets, eingeschweißt, die man kaufen kann für wenig Geld, Vietnamesische Dong und US-Dollar und auch Goldbarren aus Goldfolie. Über diese kleine Schummelei hat sich bisher noch keiner beschwert von da oben.

Auf der Fahrt nach Hue; Quelle: Ingo Aurich
Auf der Fahrt nach Hue
Donnerstag, den 31.01.2013 - Fahrt nach Hue, der alten Kaiserstadt. Über Da Nang - ein gigantischer Hafen. Über Da Nang soll damals der amerikanische Vietnam-Krieg beliefert worden sein. Schiffe brachten, was das Militär so braucht, Bomben, Schrauben, Nägel, Leichensäcke...
Der Wolkenpass kurz hinter Da Nang bietet unglaubliche Panoramen. Unser Drehplan gerät aus den Fugen wegen der zu lange dauernden Fahrten auf dem Asian Highway. Neben dem genannten Fahr-Rhythmus schnell – stop – schnell ist da noch ein weiteres Problem: Die Fernbus-Fahrer. In wenigen Worten: Sie fahren wie die Henker (buchstäblich)! Die Sonne geht etwa um 18 Uhr unter und die Dunkelheit bricht nicht herein, sie fällt herab. Ankunft in Hue in der Nacht.

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