Bild zum Film: Bürgschaft für ein Jahr, Quelle: rbb/MDR/Drefa
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rbb retro - Bürgschaft für ein Jahr

Eindringliches Drama um eine junge Frau, die als Mutter überfordert ist. Für Katrin Saß als junge Mutter gab es den Silbernen Bären der Berlinale 1982.

Nina Kern, Ende zwanzig, soll das Erziehungsrecht für ihre drei Kinder entzogen werden. Seit der Scheidung von ihrem Mann vor drei Jahren ist sie keiner geregelten Arbeit nachgegangen, hat die Nächte mit zweifelhaften Freunden durchbummelt und ihre Kinder vernachlässigt. Vor die Wahl gestellt, ihr Leben gründlich zu ändern oder die Kinder zu verlieren, die aufgrund einer einstweiligen Verfügung in einem Kinderheim untergebracht worden sind, entscheidet sich Nina für die Kinder.

Obwohl sie das Versprechen, ihren Lebenswandel zu ändern, mehrmals gebrochen hat, gibt man ihr eine letzte Bewährungschance. Der Bauingenieur Peter Müller und die Lehrerin Irmgard Behrend übernehmen die Bürgschaft, die sich als schwieriger "gesellschaftlicher Auftrag" gestaltet. Doch die beiden helfen Nina, wenigstens die jüngste Tochter, die fünfjährige Mireille, aus dem Heim zu holen. Nina bemüht sich, der Arbeit in einer Putzbrigade der U-Bahn gewissenhaft nachzugehen und der Tochter eine gute Mutter zu sein. Und sie hat einen neuen Freund, Werner.

Dann aber trifft sie die alten "Freunde" wieder und die guten Vorsätze sind vergessen. Nina ertränkt ihren Kummer im Alkohol. Schließlich gibt sie ihre Tochter Jacqueline, mit der sie besondere Schwierigkeiten hat, zur Adoption frei.

Herrmann Zschoche inszenierte diesen thematisch nach wie vor hochaktuellen DEFA-Film auf ebenso eindringliche wie differenzierte Weise. Großen Anteil hat daran Katrin Saß, die die Nina Kern höchst authentisch spielt. 1982 erhielt sie für diese großartige Darstellung den Silbernen Bären der Berlinale. Neben Katrin Saß glänzen in ihren Rollen auch Monika Lennartz und Jaecki Schwarz und mit Ursula Werner, Barbara Dittus, Uwe Kockisch und Dieter Montag ist der Film bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt.

In der Reihe "rbb retro" sendet das rbb Fernsehen am Freitag, den 21.02., um 22.30 Uhr den DEFA-Film "Der Tangospieler" (1991) von Regisseur Roland Gräf mit Michael Gwisdek, Corinna Harfouch und Hermann Beyer in den Hauptrollen.

Bürgschaft für ein Jahr
Spielfilm DDR 1981
Nach Motiven des gleichnamigen Romans von Tine Schulze Gerlach

Nina Kern (Katrin Saß)
Irmgard Behrend (Monika Lennartz)
Peter Müller (Jaecki Schwarz)
Werner Horn (Jan Spitzer)
Heiner Menk (Christian Steyer)
Frau Braun (Heide Kipp)
Kindergartenleiterin (Barbara Dittus)
Frau Müller (Ursula Werner)
Renate (Angelika Mann)
Jürgen Kern (Dieter Montag)
Dieter (Uwe Kockisch) u. a.

Musik: Günther Fischer
Kamera: Günter Jaeuthe
Buch: Gabriele Kotte
Regie: Herrmann Zschoche