Noch ahnt der Vater Sher (Sher Alam Miskeen Ustad) nicht, dass sein Sohn Niaz (Niaz Khan Shinwari) eigene Pläne für seine Zukunft hat (Quelle: ARD Degeto)
Bild: ARD Degeto

ARD-Themenwoche "Zukunft Bildung" - Der Sohn des Waffenmachers

Ein elfjähriger Junge bricht mit der Familientradition, denn er will lieber zur Schule gehen, als Waffen herzustellen – ein preisgekrönter Spielfilm.

Der elfjährige Niaz lebt mit seinem Vater in einem pakistanischen Dorf nahe der afghanischen Grenze. Die meisten Menschen des Ortes verdienen ihr täglich Brot mit der Herstellung von Waffen aller Art. Doch entgegen der Familientradition will Niaz das Geschäft seines Vaters als Büchsenmacher nicht übernehmen. Er möchte stattdessen zur Schule gehen, Lesen und Schreiben lernen und etwas Anderes aus seinem Leben machen. Bei seinem gestrengen Vater stößt er mit diesen Plänen jedoch auf taube Ohren und sieht seine einzige Möglichkeit in der Flucht zu seinem Onkel.

Bild zum Film: Der Sohn des Waffenmachers, Quelle: rbb/Degeto
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In seinem hochgelobten Dokudrama „Der Sohn des Waffenmachers“ zeichnet der australische Regisseur Benjamin Gilmour ein authentisches Bild vom Volksstamm der Paschtunen, das über die medial vermittelten Klischees hinausgeht. Das preisgekrönte Dokudrama gehört zu den außergewöhnlichen Filmen, die sich mit dem Leben in der muslimischen Welt nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 beschäftigen.

Bild zum Film: Der Sohn des Waffenmachers, Quelle: rbb/Degeto
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Regisseur Benjamin Gilmour, der Pakistan zunächst durch seinen Beruf als Rettungssanitäter kennengelernt hatte, drehte ausschließlich mit Laiendarstellern an Originalschauplätzen im Grenzgebiet von Pakistan und Afghanistan. Mit der Produktion ging man nicht nur ein künstlerisches Risiko ein: Die Region, eine Hochburg der Paschtunen, ist für Ausländer sehr gefährlich. Und das Provinznest Darra Adam Khel lebt tatsächlich von der Waffenfertigung. In der fiktiven Geschichte des kleinen Niaz lässt Gilmour fortschrittliche Positionen auf konservatives Gedankengut treffen, ohne dabei den fundamentalistischen Vater des wissbegierigen Jungen zu verteufeln.

Bild zum Film: Der Sohn des Waffenmachers, Quelle: rbb/Degeto
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Daneben gelingt dem Filmemacher ein faszinierendes, semidokumentarisches Porträt des von Stammesbräuchen und Traditionen geprägten Lebens. „Der Sohn des Waffenmachers“ verleugnet nicht das tiefe Misstrauen, das viele Menschen dieser Region gegen den Westen hegen. Der Film ermöglicht es aber, ihr Leben und ihre Traditionen mit anderen Augen zu sehen.

Das rbb Fernsehen sendet den Film „Der Sohn des Waffenmachers“ im Rahmen der ARD-Themenwoche „Zukunft Bildung“.

Der Sohn des Waffenmachers
(SON OF A LION)

Spielfilm Australien/Pakistan 2007

Niaz Afridi (Niaz Khan Shinwari)
Sher Alam Afridi (Sher Alam Miskeen Ustad)
Baktiyar Afridi (Baktiyar Ahmed Afridi)
Anousha Baktiyar (Anousha Vasif Shinwari)
Großmutter (Fazal Bibi)
Pite Afridi (Khaista Mir)
Hayat Afridi (Hayat Khan Shinwari)
Großvater (Sarwar Khan Shinwari) u. a.

Musik: Amanda Brown
Kamera: Haroon John und Benjamin Gilmour
Buch und Regie: Benjamin Gilmour