Bild zum Film: Der zweite Frühling, Quelle: rbb/Degeto/Sandor Domonkos
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Zum Tode von Ursula Karusseit - Der zweite Frühling

Zwei lebenslustige Witwen fahren zur Kur und die Verehrer lassen nicht lange auf sich warten. 

Hanne und Barbara sind seit ihrer Jugend allerbeste Freundinnen. Dabei haben sich ihre Leben sehr unterschiedlich entwickelt: Während die reiche Versandhausbesitzerin Hanne in einer großen Villa in Erfurt residiert, lebt Barbara recht bescheiden von ihrer kleinen Witwenrente.

Spontan beschließen die beiden, ihre Jugend wieder aufleben zu lassen, und zwar in Bad Elster, einem beschaulichen Kurort: Im zarten Alter von 17 Jahren erlebten die Freundinnen dort ihre ersten Abenteuer mit dem anderen Geschlecht, und nun wollen sie es noch einmal wissen. Die Kurleitung ist von der Lebenslust der beiden Damen allerdings gar nicht begeistert, allen voran die strenge Oberschwester Inge. Auf wesentlich mehr Verständnis stoßen die liebeshungrigen Freundinnen dagegen bei dem erfolgreichen Unternehmer Edzard und dem charmanten Weltenbummler Georg.

Um bei den Herren optimal zu landen, tauschen Hanne und Barbara einfach ihre Rollen: Die schüchterne Witwe mimt die reiche Lebedame, um bei dem vermögenden Edzard nicht den
Eindruck zu vermitteln, sie sei nur seines Geldes wegen an ihm interessiert. Die lebenslustige Hanne dagegen schlüpft in die Rolle der armen Witwe, da der Lebemann Georg schlechte Erfahrungen mit reichen Frauen gemacht hat. Doch als Hannes verwöhnter Sohn Simon, dessen finanzielle Ansprüche von ihr nicht wie gewünscht erfüllt werden, aus Enttäuschung darüber die verliebten Herren über die wahren Identitäten von Hanne und Barbara aufklärt, scheint dies das Ende des so romantisch begonnenen Liebesabenteuers für Hanne und Barbara zu sein. 

"Der zweite Frühling“ ist eine mit leichter Hand inszenierte Komödie um Romantik und Alter und darüber, wie unwichtig das Letztere ist, wenn es um wahre Liebe geht. 

Das rbb Fernsehen sendet diesen Film anlässlich des Todes von Ursula Karusseit, die am 1. Februar im Alter von 79 Jahren in Berlin verstorben ist.  

Die am 2. August 1939 im ostpreußischen Elbing geborene Ursula Karusseit wuchs in Parchim und Jena auf und erhielt an der Staatlichen Schauspielschule Berlin-Schöneweide ihre Schauspielausbildung. Engagements führten sie über das Deutsche Theater und das Maxim-Gorki-Theater schließlich an die Berliner Volksbühne, deren Mitglied sie viele Jahre war. Sie war eine der prägendsten und bedeutendsten Persönlichkeiten des DDR-Theaters und feierte vor allem in der Ära des Meisterregisseurs Benno Besson (1969 – 1977) auch international große Erfolge. 1984 debütierte Ursula Karusseit als Regisseurin mit John M. Synges „Der Held der westlichen Welt“ und hatte seit Mitte der 1980er Jahre zahlreiche Gastengagements an Theatern der Bundesrepublik.  

Ihr Filmdebüt gab Ursula Karusseit bereits 1963 in dem Fernsehfilm „Was ihr wollt“ und erlangte mit Rollen in den TV-Mehrteilern „Wege übers Land“ und „Märkische Chronik“ sowie in vielen anderen DDR-Fernsehfilmen und DEFA-Produktionen große Popularität im In- und Ausland.

Nach der Wiedervereinigung arbeitete Ursula Karusseit vor allem für das Fernsehen und eroberte als Cafeteria-Chefin Charlotte Gauss in der ARD-Fernsehserie „In aller Freundschaft“ die Herzen des gesamtdeutschen Publikums.

Der zweite Frühling
Fernsehfilm Deutschland 2003

Hanne Jahnke (Nadja Tiller)
Barbara Jarcik (Ursula Karusseit)
Georg Prokop (Michael Degen)
Edzard Meiering (Jürgen Hentsch)
Oberschwester Inge (Eva Maria Bayerwaltes)
Janine Holler (Susanne Schäfer) u. a.

Musik: Rainer Oleak
Kamera: Thomas Eetzold
Buch: Axel Hildebrand
Regie: Gabi Kubach