Bild zum Film: Die letzten Millionen, Quelle: rbb/Degeto/Arvid Uhlig
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Zum Tode von Ursula Karusseit - Die letzten Millionen

Jackpot im Altenheim - eine herrlich freche Komödie mit Michael Gwisdek, Anna Loos, Ursula Karusseit, Jutta Wachkowiak, Dieter Mann und Ulrich Pleitgen. 

Um etwas Spiel und Spannung in ihr eintöniges Rentnerdasein zu bringen, haben sechs Bewohner einer Berliner Seniorenresidenz eine Lotto-Tippgemeinschaft gegründet: Der alternde Lebemann Conrad, das schwule Paar Otto und Jakob, die gutmütige Rosi und das liebesmüde Ehepaar Karin und Günter. Woche für Woche fiebern sie alle zusammen der Ziehung der Gewinnzahlen entgegen – bis eines Samstags das Unwahrscheinliche Realität wird: Die ungleiche Truppe knackt den prall gefüllten Jackpot von 30 Millionen Euro. 

Die Reaktionen der frischgebackenen Multimillionäre fallen sehr unterschiedlich aus: Während der Schwerenöter Conrad noch einmal mächtig feiern will und das Geld bei Champagner mit schönen Frauen verpulvert, erfüllen die Romantiker Otto und Jakob sich mit ihrem Anteil den Traum von der eigenen Segeljacht. Rosi weiß derweil gar nicht recht, wie ihr geschieht – und wird von ihrem Sohn und dessen gieriger Frau nach Strich und Faden ausgenutzt. Ganz anders die entdeckungsfreudige Karin: Sie will sich ihren Lebenstraum erfüllen und trotz ihres Alters die ganze Welt bereisen – auch wenn sie dafür die Ehe mit ihrem verbitterten Ehemann Günter aufs Spiel setzt, der längst jede Lebensfreude abgeschrieben hat. Die idealistische Altenpflegerin Carmen versucht indes, den Übermut ihrer Schützlinge etwas in Zaum zu halten. 

Denn die Millionen bringen weder die Jugend zurück, noch schützen sie vor Schicksalsschlägen. Im Guten wie im Schlechten muss jeder der Lottokönige auf eigene Weise lernen, dass Geld zwar viele Freiheiten ermöglicht, der Schlüssel zum Glück aber nicht unbedingt aus Gold sein muss. 

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an! Gemäß diesem Schlagerklassiker will es eine Handvoll Senioren nach einem Millionengewinn noch einmal wissen. Erfolgsregisseur Udo Witte inszenierte die Geschichte mit hintersinnigem Witz, Gespür für komplexe Charakterzeichnungen und in einer gekonnten Balance aus Humor und Tragik. Neben dem klugen Drehbuch, gespickt mit pointierten Dialogen lebt der Film nicht zuletzt von einem großartigen Darstellerensemble. 

Das rbb Fernsehen sendet diesen Film anlässlich des Todes von Ursula Karusseit, die am 1. Februar im Alter von 79 Jahren in Berlin verstorben ist.  

Die am 2. August 1939 im ostpreußischen Elbing geborene Ursula Karusseit wuchs in Parchim und Jena auf und erhielt an der Staatlichen Schauspielschule Berlin-Schöneweide ihre Schauspielausbildung. Engagements führten sie über das Deutsche Theater und das Maxim-Gorki-Theater schließlich an die Berliner Volksbühne, deren Mitglied sie viele Jahre war. Sie war eine der prägendsten und bedeutendsten Persönlichkeiten des DDR-Theaters und feierte vor allem in der Ära des Meisterregisseurs Benno Besson (1969 – 1977) auch international große Erfolge. 1984 debütierte Ursula Karusseit als Regisseurin mit John M. Synges „Der Held der westlichen Welt“ und hatte seit Mitte der 1980er Jahre zahlreiche Gastengagements an Theatern der Bundesrepublik.

Ihr Filmdebüt gab Ursula Karusseit bereits 1963 in dem Fernsehfilm „Was ihr wollt“ und erlangte mit Rollen in den TV-Mehrteilern „Wege übers Land“ und „Märkische Chronik“ sowie in vielen anderen DDR-Fernsehfilmen und DEFA-Produktionen große Popularität im In- und Ausland.

Nach der Wiedervereinigung arbeitete Ursula Karusseit vor allem für das Fernsehen und eroberte als Cafeteria-Chefin Charlotte Gauss in der ARD-Fernsehserie „In aller Freundschaft“ die Herzen des gesamtdeutschen Publikums.

Die letzten Millionen
Fernsehfilm Deutschland 2014 

Conrad (Michael Gwisdek)
Carmen (Anna Loos)
Rosi (Ursula Karusseit)
Karin (Jutta Wachowiak)
Günter (Dieter Mann)
Jakob (Ulrich Pleitgen)
Otto (Joachim Bliese)
Ursula (Marie Gruber)
Anegret (Judy Winter) u.a.

Musik: Thomas Klemm
Kamera: Christoph Chassée
Buch: Lo Malinke, Philipp Müller
Regie: Udo Witte