Bild zum Film: Krauses Kur, Quelle: rbb/Arnim Thomaß
rbb/Arnim Thomaß
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Zum Tode von Tilo Prückner - Krauses Kur

Dorfpolizist Horst Krause fährt zur Kur an die Ostsee.

Schönhorst in Brandenburg: An einem Sommerabend spielt der Kreislauf des braven Dorfpolizisten Krause plötzlich verrückt. Seine Hausärztin verordnet ihm umgehend eine Kur an der Ostsee. Weil aber ohne seine Schwestern Elsa und Meta nichts geht und ein Ostsee-Quartier für drei Wochen in der Hauptsaison schlichtweg zu teuer ist, machen sie sich gemeinsam mit dem guten, alten Campinganhänger Marke „Dübener Ei“ auf die Reise - Krause fährt in die Klinik, seine Schwestern übernachten auf dem Zeltplatz. Um den Gasthof von Krause und seine Schwestern kümmert sich derweil Nachbar Gänse-Schlunzke.

Bild zum Film: Krauses Kur, Quelle: rbb/Arnim Thomaß
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Schnell muss Krause feststellen, dass eine Kur durchaus ihre Tücken haben kann. Weder der magere Speiseplan noch das ausgiebige, tägliche Bewegungsprogramm sagen ihm zu. Mit seinem Zimmernachbarn Rudi kommt er aus. Aber der kleine Mitpatient Jonas Schimmelpfennig, der ständig mit seinem Vater prahlt, nervt ihn. Als er Krause erzählt, dass sein Vater das Nachbargrundstück samt Zeltplatz, auf dem Krause mit seinen Schwestern immer die Ferien verbracht hat, kaufen und gewinnträchtig vermarkten will, ist er fassungslos.

Er hat genug von der Kur und verlässt die Klinik. Zufällig trifft er auf Schimmelpfennig. Schnell durchschaut Krause, dass der nur den großen Immobilienhai vorgibt, um seinem Sohn zu imponieren. Krause redet ihm mächtig ins Gewissen. Als Schimmelpfennig seinem Sohn wenig später die Wahrheit sagt, stürzt für den Jungen eine Welt ein. Er wird von einem dramatischen Asthmaanfall geschüttelt.

Angesichts dieser Turbulenzen erscheinen Krause die eigenen Probleme mit der Kur und dem Personal mehr als absurd. Dann verschwindet auch noch seine Schwester Meta für eine ganze Nacht. Das gab es noch nie. Krauses Kurerfolg ist ernsthaft in Gefahr.

Nach „Krauses Fest“ (2007) folgte 2009 „Krauses Kur“: eine weitere Geschichte mit dem aus dem rbb-„Polizeiruf 110“ bekannten Polizeihauptmeister Krause und seinen Schwestern Elsa und Meta, die im idyllischen Schönhorst in Brandenburg den Gasthof ihrer Eltern weiterführen.

Das rbb Fernsehen sendet diesen Film anlässlich des Todes von Tilo Prückner, der am 02.07.2020 im Alter von 79 Jahren in Berlin verstorben ist.

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Der 1940 in Augsburg geborene Tilo Prückner absolvierte in München seine Schauspielausbildung und war bis Mitte der 1970er Jahre an verschiedenen bundesdeutschen Theatern, u.a. von 1970 bis 1973 an der Berliner Schaubühne, engagiert. Erste Filmrollen erhielt er von Regisseuren des Neuen Deutschen Films und bekam 1977 den Deutschen Darstellerpreis für seine Rolle als „Paganini“ in der Gaunerkomödie „Bomber & Paganini“ in der Regie von Nikos Perakis. In den 1980er Jahren startete Tilo Prückner eine höchst eindrucksvolle Fernsehkarriere mit unterschiedlichsten Rollen. Seine Spezialität war die Darstellung von Exzentrikern aller Art; so begeisterte er das Publikum als umwerfend komischer, hypochondrischer Kripo-Beamter in „Adelheid und ihre Mörder“. Er ermittelte auch als „Tatort“-Kommissar Eduard Holicek gemeinsam mit Robert Atzorn und als „Rentnercop“ an der Seite von Wolfgang Winkler in der gleichnamigen ARD-Vorabendserie. Seine Zuschauer liebten ihn ebenso für seine Rolle als Rudi in den „Krause“-Filmen des Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Krauses Kur
Fernsehfilm Deutschland 2009

Polizeihauptmeister Horst Krause (Horst Krause)
Elsa Krause (Carmen-Maja Antoni)
Meta Krause (Angelika Böttiger)
Rudi Weisglut (Tilo Prückner)
Schwester Ilse (Irm Hermann)
Michael Schimmelpfennig (Alexander Beyer)
Dr. Jessen (Fritzi Haberlandt)
Gänse-Schlunzke (Andreas Schmidt) u.a.

Musik: Tamás Kahane
Kamera: Thomas Plenert
Buch und Regie: Bernd Böhlich