Bild zum Film: Paradies: Glaube, Quelle: rbb/Degeto/Tatfilm
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- Paradies: Glaube

Der preisgekrönte zweite Teil der "Paradies"-Trilogie des österreichischen Regisseurs und Autors Ulrich Seidl.

Die Röntgenassistentin Anna Maria lebt ganz für ihren Glauben: In ihrer Freizeit trägt sie die Wandermuttergottes zu Migranten, Ausgestoßenen und Sündern, um diese zu missionieren. Vergehen anderer, vor allem das der Unkeuschheit, nimmt Anna Maria bereitwillig auf sich, um sich dafür im Angesicht des Kreuzes zu geißeln.

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Während ihre Schwester als Sex-Touristin nach Kenia reist und ihre Nichte in einem Camp versucht, ihre Pfunde loszuwerden, missioniert Maria ihre Umgebung. Bei ihren Versuchen, den Menschen das Christentum näherzubringen, kommt es oft zu kontroversen Situationen. Dass die Strenggläubige mit einem Moslem verheiratet ist, empfindet sie wie eine Schuld aus einem früheren Leben – lange vor ihrer Läuterung. Auf die unerwartete Rückkehr ihres Mannes Nabil, der im Rollstuhl sitzt, reagiert die Katholikin mit Eiseskälte. Sie versorgt ihn zwar, vermeidet aber jede Form der Nähe oder Zärtlichkeit.

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Um ihre Blockade aufzubrechen, beginnt Nabil einen Psychokrieg: Er holt die allgegenwärtigen Kruzifixe und ein Papst-Porträt von den Wänden, sie besprüht ihn daraufhin mit Weihwasser und nimmt ihm zur Strafe seinen Rollstuhl weg. Obwohl sich Anna Maria nun noch tiefer in ihren Glauben verbeißt, lautstark zu Kirchenliedern an der Heimorgel singt und Halt in ihrem Gebetskreis sucht, beginnt sie, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Im zweiten Teil seiner „Paradies“-Trilogie verknüpfte der österreichische Regisseur und Autor Ulrich Seidl das Leitmotiv Sex mit dem Reizthema Religion – und löste damit einen Skandal aus: Katholiken bezichtigten ihn der Blasphemie und liefen Sturm gegen den Film. Ähnlich wie einst bei Ingmar Bergmans „Das Schweigen“ stand im Mittelpunkt der Empörung eine Masturbationsszene. Hauptdarstellerin Maria Hofstätter lieferte als christliche Fundamentalistin auf Heilsuche eine schauspielerische Meisterleitung, die Wolfgang Thaler und Ed Lachman mit der Kamera in perfekt komponierte Bilder einbetteten. „Paradies: Glaube“ erhielt 2012 in Venedig den Spezialpreis der Festivaljury. Maria Hofstätter gewann für ihre Darstellung der Anna Maria 2014 den Österreichischen Filmpreis.

Das rbb Fernsehen zeigt kommenden Donnerstag, den 23.01.2020, mit dem Film „Paradies: Hoffnung“ den dritten Teil von Ulrich Seidls „Paradies“-Trilogie.

Paradies: Glaube
Spielfilm Österreich/Deutschland/Frankreich 2012

Anna Maria (Maria Hofstätter)
Nabil (Nabil Saleh)
Herr Rupnik (René Rupnik) u.a.

Kamera: Edward Lachman, Wolfgang Thaler
Buch: Ulrich Seidl, Veronika Franz
Regie: Ulrich Seidl