Bild zum Film: Paradies: Liebe, Quelle: rbb/Degeto/Tatfilm
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- Paradies: Liebe

Der erste Teil der erfolgreichen Trilogie des österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl.

Teresa möchte im Urlaub eine Auszeit von ihrem Leben als alleinerziehende Mutter. Eine Ferienanlage in Kenia hat sie nicht nur wegen Strand und Sonne ausgesucht. Diese ist ein Anlaufpunkt für österreichische Frauen um die 50, für die das Sexualleben zu Hause weitgehend passé ist. Von ihrer erfahrenen Freundin Inge erfährt Teresa, dass hierzulande „Sugarmamas“ getrost ihre Komplexe wegen ihres Alters oder ihrer Problemzonen abstreifen und ungeniert Abenteuer mit den „Beachboys“ genießen können. Doch so einfach mit einem von ihnen ins Bett zu gehen, schafft Teresa nicht auf Anhieb.

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Als sie den zurückhaltenden Munga kennenlernt, ist es jedoch anders: Bei ihm fühlt sie sich schön und begehrt. Geschickt lässt er die Touristin glauben, dass es in Afrika eine besondere Form der Liebe gibt – ewig und ohne Altersgrenzen. Im Rausch der Gefühle vergisst Teresa sogar den Geburtstag ihrer pubertierenden Tochter, mit der sie über die Mailbox kommuniziert. Das Glück währt jedoch nicht lange, denn Munga beginnt – wie alle anderen – nach Geld zu fragen: für seine angebliche Schwester und ihr Baby, die Schule im Ort und schließlich den kranken Vater. Natürlich weiß Teresa, was los ist. Sie zieht ihre Lehren: Zutiefst verletzt, hat sie keine Hemmungen mehr, sich Männer einfach zu nehmen. Schon bald beginnt Teresa, Grenzen zu überschreiten.

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„Paradies: Liebe“ bildet den Auftakt zu Ulrich Seidls Trilogie, die von Ödön von Horváths Drama „Glaube Liebe Hoffnung“ sowie dem Paulusbrief inspiriert ist. Erzählt werden Geschichten von drei Frauen und ihren unerfüllten Sehnsüchten. Margarethe Tiesel spielt im ersten Film schonungslos eine 50-jährige Alleinerziehende, die sich als Sextouristin in eine Scheinwelt begibt und dort die Lust an der Macht entdeckt. Mit makellosen, perfekt komponierten Bildern erzählt die Tragikomödie eine bitterböse Geschichte. Die Verbindung aus Humor, beißendem Sarkasmus und abgrundtiefer Traurigkeit weisen den Film als ebenso meisterhaftes wie umstrittenes Kunstwerk aus. „Paradies: Liebe“ feierte 2012 seine Premiere beim Filmfestival in Cannes.

Das rbb Fernsehen zeigt am kommenden Donnerstag, den 16.01.2020, mit dem Film „Paradies: Glaube“ den zweiten Teil von Ulrich Seidls Trilogie. Der dritte Film, „Paradies: Hoffnung“, läuft am 23.01.2020.

Paradies: Liebe
Spielfilm Österreich/Deutschland/Frankreich 2012

Teresa (Margarethe Tiesel)
Munga (Peter Kazungu)
Teresas Freundin (Inge Maux)
Teresas Tochter (Melanie Lenz)
Urlaubsfreundin (Helen Brugat) u.a.

Kamera: Edward Lachman, Wolfgang Thaler
Buch: Ulrich Seidl, Veronika Franz
Regie: Ulrich Seidl