Kathrin (Jördis Triebel), Johannes (Ronald Zehrfeld, M.), Ralf (Felix Kramer, r.) und Maik an der Bushaltestelle; Quelle: rbb/Frédéric Batier
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Bild: rbb/Frédéric Batier

- Gefälle (S01/E01)

Die Männerfreundschaft von Ralf und Johannes verhakt sich am Problem des Selbstwertempfindens.  

Gut möglich, dass sich Hannes und sein Freund Ralf – Ralle –, beide heftig gelebte End-Vierziger, nur an der Endhaltestelle treffen, um ganz für sich zu sein und zu sprechen. Die Landschaft vor und hinter ihnen ist offen und bietet nirgendwo Schutz. Genau so reden sie auch miteinander. Vielleicht treibt sie aber auch die Erinnerung hierher. Immerhin war die Haltestelle „dit Tor zur Welt, die verdammte Schnittstelle zwischen Pampa und intelljentet Leben“, als die beiden Freunde noch zur Arbeit, in die Stadt oder sogar in den Urlaub fuhren.

Inzwischen sind sie frühinvalide und langzeitarbeitslos. Manchmal hocken sie auch an der Haltestelle, weil sie auf jemanden warten. Auf Fremde, die im Bus versackt sind, oder auf Kathrin. Die struppig-schöne Busfahrerin ist für die beiden ihr letzter Draht zur Welt. Hier an der Endhalteschleife hat sie eine Zigarette lang Pause. Für Hannes und Ralle ist sie „oberste Liga. Nüscht für Sterbliche“. Und dann ist da noch der Hund Maik, herzerweichend hässlich und verblüffend blöde, aber stets arglos und frohgelaunt. Wahre Männerfreundschaft und jede Menge Gesprächsstoff an einer Bushaltestelle irgendwo in Brandenburg.

Warten auf'n Bus (1): Gefälle
Fernsehserie Deutschland 2020

Johannes "Hannes" Ackermann (Ronald Zehrfeld)
Ralf "Ralle" Paschke (Felix Kramer)
Kathrin Stoklosa (Jördis Triebel)
Ines Katschkowski (Katharina Marie Schubert)
Hauptwachtmeister Britzke (Alexander Schubert)
Ruth Paschke (Ursula Werner) u.a.

Musik: Johannes Repka
Kamera: Falko Lachmund
Buch: Oliver Bukowski
Regie: Dirk Kummer