Bild zum Film: poliezei, Quelle: rbb/BR/Telepool
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- poliezei

Ein vielfach ausgezeichnetes und ebenso mitreißendes wie hoch emotionales Drama um den Arbeitsalltag einer Pariser Polizeieinheit. 

Wovon der Rest der Gesellschaft noch nicht einmal etwas ahnt - für die Polizisten, die in der Pariser Einheit für Jugendschutz "Brigade de Protection des Mineurs" arbeiten, sind die dunklen Geheimnisse, die sich in Familien aller Schichten verbergen, Arbeitsalltag. Die Frauen und Männer der von Balloo geleiteten Abteilung bilden eine verschworene Gemeinschaft: Die Freundinnen Nadine und Iris, der aufbrausende Fred, der Macho Bamako, der intellektuelle Schlaumeier Gabriel und die anderen - sie alle verbindet ihre Hingabe an den Job, ein chaotisches Privatleben, Mitgefühl für die Opfer und eine herzliche Abneigung gegen den Bürokraten Beauchard, den Chef der Dienststelle. 

Das Gleichgewicht der Truppe verändert sich, als Beauchard zu PR-Zwecken der Fotografin Mélissa gestattet, die Arbeit der Jugendschützer zu begleiten. Fred lehnt Mélissas Anwesenheit strikt ab, doch dann ist es ausgerechnet er, der nach einem traumatischen Erlebnis im Job Mélissas Nähe sucht und schließlich eine Liebesbeziehung mit der Fotografin eingeht. 

Die französische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Maïwenn Le Besco erzählt in ihrem ebenso mitreißenden wie hoch emotionalen Drama "poliezei" aus dem Arbeitsalltag einer Pariser Polizeieinheit. Zwischen Milieustudie, Polizeifilm und Ensemblestück angelegt, gelingt der Regisseurin einer der besten Schauspielerfilme des jüngeren französischen Kinos, der sich einem schwierigen Thema ohne jeden Voyeurismus nähert, auf Augenhöhe mit seinen Protagonisten erzählt ist und allzu einfache Antworten vermeidet. 

Der absichtlich orthografisch falsch geschriebene Titel "poliezei" (im französischen Original "polisse") verweist - im Vorspann und auf den Filmplakaten in krakeliger Handschrift geschrieben - auf die Kinder und die jugendlichen Opfer, mit denen die Polizisten immer wieder konfrontiert werden. Die Montage und der rasante Erzählrhythmus mit vielen Wechseln von mal tragisch-komischen, mal schrecklichen Ereignissen und dem Alltag der Beamtinnen und Beamten vollzieht auf filmischer Ebene die Überforderung und Belastung der Protagonisten nach. 

Bei der Verleihung des französischen Filmpreises César wurde "poliezei" 2012 für den besten Schnitt und die beste Nachwuchsdarstellerin (Naidra Ayadi) ausgezeichnet und war in elf weiteren Kategorien nominiert. Beim Filmfestival Cannes war "poliezei" 2011 bereits mit dem Preis der Jury ausgezeichnet worden. 

poliezei
(POLISSE)

Spielfilm Frankreich 2011

Nadine (Karin Viard)
Mélissa (Maïwenn Le Besco)
Fred (Joey Starr)
Iris (Marina Foïs)
Matieu (Nicholas Duvauchelle)
Chrys (Karole Rocher)
Sue Ellen (Emmanuelle Bercot) u.a.

Musik: Stephen Warbeck
Kamera: Pierre Aïm
Buch: Maïwenn Le Besco, Emmanuelle Bercot
Regie: Maïwenn Le Besco