Bild zum Film: Frischer Wind, Quelle: rbb/ARD Degeto/Manju Sawhney
Bild: rbb/ARD Degeto/Manju Sawhney

Zum 75. Geburtstag von Günther Maria Halmer - Frischer Wind

Der verwitwete Kurt lernt die sympathische Serviererin Luzy Ditten kennen. Diese Begegnung verändert sein Leben.

Ein halbes Jahr ist es jetzt her, seit seine geliebte Frau starb, und noch immer kann Kurt Tobaben den Verlust nicht überwinden. Der wohlhabende Handschuhfabrikant aus Hamburg vernachlässigt seine Firma, verschanzt sich in seiner Villa und trauert der Vergangenheit nach. Erst ein Ausflug nach Travemünde bringt den verzweifelten Witwer auf andere Gedanken: In einer Hotelbar lernt er Luzy Ditten kennen, die dort als Serviererin arbeitet und ihn mit ihrer offenen, verständnisvollen Art sofort in ihren Bann zieht. Fortan trifft er sich öfter mit der deutlich jüngeren Frau; bald entsteht eine zärtliche Annäherung zwischen Luzy, der quirligen Blondine mit einer Vorliebe für die Farbe Pink, und dem in seinem Leid gefangenen Kurt, einem soliden Unternehmer in reifem Mannesalter.

Als er beschließt, sie als „persönliche Gesellschafterin“ zu engagieren und mit nach Hamburg zu nehmen, fühlt sich sein Umfeld vor den Kopf gestoßen. In gesellschaftlichen Kreisen wird getuschelt, während Kurts Angehörige, allen voran Tochter Karin, der neuen Frau an Vaters Seite äußerst kritisch begegnen.

Bild zum Film: Frischer Wind, Quelle: rbb/ARD Degeto/Manju Sawhney

Überhaupt steht es mit dem verwandtschaftlichen Zusammenhalt nicht zum Besten: Die Arbeit bei der städtischen Kunststiftung zehrt an Karins Nerven, und als sie eine Ausstellung für die befreundete Künstlerin Ruth Brede organisieren will, springen ihr die Sponsoren ab - nicht gerade der beste Zeitpunkt für familiäre Konflikte. Kurts Sohn Kai plagt derweil das Gewissen: Jahrelang verschwieg er seinem Vater, der ihn finanziell unterstützte, dass er sich statt der ihm auferlegten Firmenübernahme lieber für eine Karriere als Koch entschieden hat. Als schließlich die Karten auf den Tisch gelegt werden, entwickeln sich die Dinge anders als gedacht, und alle Beteiligten sind gezwungen, ihre ganz eigenen Entscheidungen für eine glücklichere Zukunft zu treffen.

Der Titel könnte nicht besser gewählt sein: Ein „Frischer Wind“ weht oft durch diese einfühlsam entwickelte Geschichte, bei der sich das Motiv der Rückkehr ins Leben nach dramatischem Beginn langsam zu einer heiter-melancholischen, hoffnungsvollen Schilderung über persönliche Neuanfänge entwickelt. In der sensiblen Inszenierung von Regisseurin Imogen Kimmel gewinnen die Figuren zunehmend an Tiefe, offenbaren ihre Stärken und Schwächen auf nachvollziehbare Weise, was nicht zuletzt dem Darstellerensemble zu verdanken ist: Günther Maria Halmer verkörpert auf seine unnachahmlich besonnene Art den trauernden Witwer, der zugleich stolzer Patriarch und romantischer Galan sein will, Teresa Weißbach weiß als lebensbejahende Muse Luzy zu überzeugen.

Das rbb Fernsehen sendet „Frischer Wind“ zu Ehren von Günther Maria Halmer, der am 5. Januar seinen 75. Geburtstag feiert.

Frischer Wind
Fernsehfilm Deutschland 2011

Kurt Tobaben (Günther Maria Halmer)
Luzy Ditten (Teresa Weißbach)
Karin Kracht (Floriane Daniel)
Ruth Brede (Ingeborg Westphal)
Viktor Kracht (Dirk Martens)
Kai Tobaben (Ole Tillmann) u. a.

Musik: Eike Hosenfeld, Moritz Denis
Kamera: Guntram Franke
Buch: Gabriele Kreis
Regie: Imogen Kimmel