Weigelie (Quelle: Colourbox)

- Gehölzschnitt im Sommer

Um Sträucher und Hecken im Sommer in Form zu bringen, empfiehlt es sich, einen Pflege-Schnitt um den 23. Juni, dem Johannistag vorzunehmen. Dann haben die Hecken und Sträucher den sogenannten Johannistrieb bereits ausgebildet und legen eine Wachstumspause ein. Der Vorteil: Sie behalten ihre Form länger, sind blühfreudiger und treiben buschiger und kompakter aus. Ein radikaler Schnitt ist allerdings von März bis September zum Schutz der Vögel verboten.

Der Juni ist die Zeit, in der sich die Natur auf ihrem Höhepunkt befindet. Und die Zeit, in der Laubgehölze und Hecken ihren ersten Pflegeschnitt erhalten sollten. Der 24. Juni ist der sogenannte Johannitag und das ist ein ganz wichtiger Schnitttermin für Gärtner. Die ganze Vegetation ist seit April getrieben. D.h. sie machen ihre sogenannten „Maitriebe“, das muss man sich vorstellen wie einen Marathonlauf. Die Pflanze ist nur am Rennen, am Treiben, am Wachsen. Es ist total anstrengend. Und dann im Juni, zu Johanni, macht die Pflanzenwelt eine Atempause.

In dieser Ruhephase verarbeitet sie den Schnitt leichter. Zudem regt der Schnitt den Wuchs an. Wie zum Beispiel beim Flieder. Damit wird die ganze Fliederpflanze ein bisschen kompakter, buschiger, voller, d.h. er treibt im Verlauf des Sommers wieder schön durch und bildet hier am Ende eine große dicke endständige Knospe, die dann nächstes Jahr im April zur Blüte kommen wird.

Von einem Rückschnitt um den Johannitag profitieren heimische Gehölze wie die Weigelie, der Schneeball und die Spiere. Liegen die Knospen weit auseinander, sollte man beim Schnitt zurückhaltend sein.

Wenn man die Fasanenspiere schneide, muss man diese Eigenart beachten: Ihre Nodien, also ihre Knospen, liegen sehr weit auseinander. Der Bereich zwischen Nodie und Nodie heißt Internodie. Das ist der Stengelbereich. Und wenn der so weit gestreckt ist, wie hier zum Beispiel, schneide diese ganz gezielt auf eine Knospe. Somit verhindere ich, dass Triebe entstehen, die nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Dieses tote Holz ist nämlich auch das Eintrittstor für pilzliche Erkrankungen.

Dann haben wir hier den Klassiker im Garten, die Weigelie. Sie blüht relativ spät im Frühling und ist jetzt auch noch am Blühen. Aber wenn ich sie nach der Blüte an Johanni zurückschneide, auch ein bisschen schärfer, dann treibt die Weigelie noch mal durch und hat die wunderbare Eigenschaft im Spätsommer nach zu blühen. Also unbedingt schneiden, dann hat man den zweiten Flor im Spätsommer.

Der Bauernjasmin freut sich über einen radikalen Schnitt, um im nächsten Jahr noch üppiger zu blühen. „Scharf schneiden“ nennt Jörg Schneider das. So hat jede Pflanze ihre Bedürfnisse.

Regelrecht beschnitten wird die Prachtspiere. Ihre Knospen liegen dicht beieinander. Jörg Schneider kann sie daher ohne viel Rücksicht um einen halben Meter einkürzen.

Zwei Dinge sind bei dem Schnitt an Johanni unbedingt zu beachten: Es darf nicht zu heiß sein. Sonst holen sich nicht nur der Gärtner, sondern auch die Pflanze einen Sonnenbrand. Und: noch brüten die Vögel in den Gehölzen. Und das bis September.

Wer all das beachtet, wird sich nicht nur im nächsten Jahr an robusten, blühenden Gehölzen, sondern schon diesen Sommer an vielen – wie Jörg Schneider sagt – „knuffigen Sommertrieben“ erfreuen.

Beitrag von Christine Deggau

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