Eine Biene saugt Nektar aus einer blühenden Herbstaster (Quelle: imago/Winfried Rothermel)
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Bild: imago/Winfried Rothermel

- Alles natürlich: Natur im Garten

Im Garten von Uschi Weber wird mit der Natur und nicht gegen sie gearbeitet. Seit Jahren wird die Gärtnerin dafür mit dem goldenen Igel der " Natur im Garten " Aktion ausgezeichnet. Die Mühe lohnt sich.

Heute ist das private Refugium ein Schaugarten in der niederösterreichischen Gartenstadt Tulln. Von Anfang an wurde hier ökologisch gegärtnert. Uschi Weber hat auf Pestizide wie Glyphosat oder synthetische Dünger wie Blaukorn verzichtet. Auch im Schwimmteich ist Chemie tabu.

Natur im Garten basiert auf drei Grundprinzipien. Keine Verwendung von Pestiziden, keine Verwendung von leicht löslichen Kunstdüngern und keine Verwendung von Torf und natürlich damit verbunden, die Förderung einer großen Artenvielfalt, einer großen Biodiversität.

Aus dem ehemaligen Schießplatz wurde so ein Naturrefugium für Fauna und Flora. Entscheidend ist die richtige Pflanzenauswahl. Gärten werden pflegeleicht und zum Rückzugsort für Tiere, wenn der Standort passt. Trockenheitsverträgliche Arten und mineralischer Mulch vermindern den Gießaufwand.

Im "Garten Tulln" gibt es auch keinen englischen, sondern nur Kräuter-Rasen mit heimischen Wildpflanzen.

Über 15 000 Gärten umfasst das Netzwerk "Natur im Garten" allein im Bundesland Niederösterreich. Der größte ist täglich geöffnet und das seit 2008.

„Die Garten Tulln“, eine ehemalige Landesgartenschau, mit 65 Schaugärten auf 7 Hektar, die alle ökologisch ausgerichtet sind.

Zurzeit blüht es prächtig im Rosengarten. Er wurde dort angelegt, wo es sonnig ist und öfter mal ein Wind durchzieht. Rosen bleiben so gut vor Pilzkrankheiten geschützt. Mitarbeiter wie Katja Batakovic bieten hier Schulungen an. Sie zeigt dann, dass unerwünschte Kräuter liegen bleiben dürfen, damit sie beim Verrotten zu wertvollem Humus werden. Oder wie Rosen ganz einfach durch Gießen mit Kompost gestärkt werden. Das Zaubermittel eines jeden „Natur im Garten“- Gartens nennt sich nämlich Komposttee. Und der kann selbst gemacht werden.

Füllen sie in so ein Säckchen einfach zwei Hände voll reifen Kompost hinein, den sie von Ihren eigenen Komposthaufen gewinnen. Hängen Sie diesen Beutel in eine Gießkanne mit Wasser, ungefähr 10 Liter und dann reicht so ein Säckchen für die ganzen 10 Liter aus.

Alternativ kann Komposttee auch gekauft werden. Das ganze „ Natur- im Garten“- Erfahrungswissen gibt es gedruckt, neben den Rosen mit vielen weiteren Themen. Was in Niederrösterreich vor 20 Jahren begann mausert sich inzwischen zur europaweiten Bewegung. Denn naturnahe Gärten sind Wohlfühloasen für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Beitrag von Heike Mohr

 

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