Wildblumensammlerin Uta Kietsch (Quelle: rbb)
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- Wildblumenmischungen in der Samentüte

Uta Kietsch hat einen anstrengenden aber durchaus befriedigenden Beruf: sie sammelt Wildpflanzensamen und sorgt so nicht nur für die Erhaltung seltener und vom Aussterben bedrohter Pflanzen, sondern auch für die große Vielfalt an Samenmischungen für den Hobbygärtner. Auf ihrer „Wildsameninsel“ in der Uckermark wachsen knapp 30 verschiedene Wildarten. Wir haben die Wildsamensammlerin einen Tag bei ihrer Arbeit auf dem Feld begleitet
 

Wildblumensammlerin Uta Kietsch (Quelle: rbb)

Warm und trocken muss es sein, damit Uta Kietsch ernten kann. Sie sammelt die Samen von Wildblumen. Die Gärtnermeisterin hat sich auf das Vermehren einheimischer Wildpflanzen spezialisiert. Auf ihrem Feld, einem Hügel in der Uckermark, sieht es im Sommer aus wie in der Provence. Gut fündunddreißig verschiedene Wildarten hat sie hier ausgepflanzt.

In bunten Reihen wächst Liebstöckel neben Bibernelle und Odermennig. Wildblumen sind eigen, die Samenernte ist mühsam und erfordert einiges an Erfahrung, Geduld und Fingerspitzengefühl.

Nicht alle Samen reifen auf einmal. Über drei Monate erstreckt sich die Erntezeit, gehen Uta Kietsch und ihre Mitarbeiter täglich die Reihen entlang. Fast jede Wildart hat ihre eigene Erntemethode.

Beim ‚Rauhen Löwenzahn‘ kommt der Industriestaubsauger zum Einsatz. Alle zwei Tage werden die flüchtigen Samen abgesaugt.

Bei anderen Sorten muss man den günstigsten Tag für die Ernte abwarten. Heute ist die krautige Veronika dran. der alte Traktor mit Mähbalken erleichtert zwar die Arbeit, erwischt aber auch nicht alles, der Rest muss von Hand geerntet werden.
 

Das Gewebe hält auch das Unkraut fern, das ansonsten auf konventionelle Weise mit der guten alten Hacke bekämpft wird, denn hier wird ohne chemische Hilfsmittel gearbeitet - die vielen Insekten danken es. Am Feldrand hat ein Imker seine Bienenstöcke aufgestellt, hier entsteht feinster Wildblumenhonig.

Mit der Ernte ist es noch lange nicht getan. Ein Stück entfernt auf Gut Temmen hat Uta Kietsch ihre Gärtnerei. „Wildsamen-Insel“ hat sie ihren kleinen Betrieb genannt. In der Tenne trocknet die Ernte der letzten Wochen.

Diese Wildblumen haben sich im Laufe der Jahrtausende an Klima und Boden der Uckermark angepasst, das macht sie so einzigartig und erhaltenswert. Mit Erlaubnis des Landesumweltamtes sucht Uta Kietsch in den Wiesen und Wäldern der Umgebung daher ständig nach neuen Raritäten.

Die fertigen Samen gibt es in verschiedenen Mischungen: für fette oder magere Böden, trockene oder feuchte Standorte.

Manche Schmetterlinge haben nur eine einzige Wildpflanze als Nahrungsquelle. Verschwindet die Pflanze, verschwindet der Falter. So eine Wiese sieht nicht nur wunderschön aus, sie ist zugleich aktiver Naturschutz. Und im Gegensatz zum Englischen Rasen muss sie höchstens einmal im Jahr gemäht werden.

 

Beitrag von Anke Heinken

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