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Zurück zu den Wurzeln - Teltower Rübchen

Nachhaltig und gesund leben, das heißt, regionale und saisonale Lebensmittel auf den Tisch bringen. Und dafür kann man auch schon mal ein bisschen tiefer graben. Voll im Trend: Zurück zu den Wurzeln wie Teltower Rübchen, Schwarzwurzeln und rote Beete. 

Teltower Rübchen! Ihre Herkunft liegt im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln. Man vermutet, dass sie von flämischen oder sächsischen Bauern im 13. Jahrhundert oder aber von den Zisterziensermönchen hierhergebracht wurden.

Fest steht, dass die hellen Rübchen mit den markanten Querriefen eine ganz besondere Brandenburger Spezialität sind. Sofern es sich um die echten Teltower Rübchen handelt, was aber leicht zu erkennen ist. Bei den Teltower Rübchen sind die Haarwurzeln besonders stark ausgeprägt, an der Seite sehen sie aus wie ein kleiner Bart. Dies ist darauf zurück zu führen, dass sie immer auf Wassersuche sind. Das ist besonders wichtig in einer so kargen Gegend wie im Teltower Raum, in der die Niederschlagsmenge in manchen Sommern unter 400 ml pro Jahr liegt.

Die Aussaat erfolgt im August und geerntet wird ab Ende Oktober bis in den Winter hinein. Vlies sorgt dafür, dass man sie selbst bei Schnee noch findet. Auch wenn die kleinen bärtigen Rübchen optisch keine Attraktion sind. Sie haben es in sich. Sie trumpfen mit hohem Saccharose- und Senfölgehalt auf und bekommen so ihren typisch süßlich scharfen Geschmack.

Und wie heißt es doch gleich: Man sollte die Kirche im Dorf lassen oder auch das Teltower Rübchen in Teltow. Die regionale Gastronomie hat sich seit längerem darauf besonnen und bietet die gesunde Wurzel in verschiedenen Varianten an; ob püriert als leckere Suppe mit Schinkenstreifen oder ganz traditionell karamellisiert. Geschält, blanchiert und in Butter und Honig gebraten erhält das Teltower Rübchen mit einer kleinen Meerrettichgabe seinen unverwechselbaren Geschmack.

Ebenfalls erst in den letzten Jahren wieder aus dem Untergrund aufgetaucht: die Pastinake. Von ihren Verwandten, den Möhren und Kartoffeln, wurde sie lange Zeit aus den Gärten verdrängt. Dabei enthält sie viel Vitamin E und B und vor allem Kalium - und ist sehr bekömmlich.

Wer tiefgründigen lockeren Sandboden hat, der wird eine große Menge von der gehaltvollen Schwarzwurzel ernten können. Der „Spargel des Winters“ enthält Vitamin K, Inulin und Asparagin sowie etliche Mineralstoffe. Wegen der aufwendigen Putzerei mit dem klebrigen Milchsaft erfreut sie sich jedoch nicht ganz so großer Beliebtheit.

Seit kurzem erst wieder „ans Tageslicht“ geholt wurde auch die Butterrübe. Sie ist bereits nach 4 Monaten erntereif, ist sehr genügsam und gedeiht bei ausreichend Sonne und Wasser prächtig. Butterüben schmecken milder als Steckrüben und sind zarter in ihrer Konsistenz. Mit ihrem hohen Anteil an Wasser und Ballaststoffen sind sie übrigens auch perfekte Schlankmacher.

Und dann wäre da noch: Die Rote Bete, die es schwer hat gegen ihren Ruf als saure Beilage aus dem Glas anzukommen. Dabei kann sie roh als Salat, gedünstet oder als Suppe richtig gut schmecken und ist obendrein gesund, denn der rote Farbstoff Betanin enthält reichlich Eisen und Folsäure, die nachweislich das Immunsystem stärken. Grund genug im Winter also wieder zurück zu den Wurzeln zu kommen.


Beitrag von Martina Hiller

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