Christus-Statue, Friedhof Zehlendorf, Onkel-Tom-Strasse, Zehlendorf, Berlin, Quelle: imago/Schöning
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Der letzte Garten - Memoriamgarten

Grabpflege als Erinnerungskultur schwindet. Der Memoriamgarten in der Bergstraße in Berlin-Steglitz begegnet dieser Entwicklung mit neuen Formen des Gedenkens.

Der letzte Garten – eine Grabstelle. Friedhofsgärtner bepflanzen ein Urnengrab. Auf dem Friedhof Bergstraße in Berlin-Steglitz geschieht das immer seltener. Es ist die Kalanchoe – eine klassische Grabpflanze, die den Sommer über dieses Grab schmückt. Doch im Laufe der Jahre verschwinden die Pflanzen immer mehr und dann sehen die Steine ungepflegt aus.

Wenn Gräber verwildern wird Vergänglichkeit sichtbar. Grabpflege als Erinnerungskultur schwindet – nicht nur auf dem Friedhof Bergstraße. Es gibt andere Bestattungsformen, zum Beispiel liegen auf Grabfeldern Urnen nebeneinander unter einer Rasenfläche. 

Gärtner Lutz Lawrenz hat nach Alternativen gesucht. 2010 hat er auf dem Friedhof Bergstraße in Berlin - Steglitz den ersten Memoriamgarten in Berlin gestaltet. Die parkähnliche Anlage bietet Platz für Urnen- und Erdgräber. Die Grabsteine sind mit Namen und Jahreszahl versehen. Individuelle Gestaltung in Maßen ist erlaubt.

Traditionell sind die Gräber bepflanzt. Eisbegonien dominieren bei der saisonalen Pflege. Bei den immergrünen Bodendeckern und Gehölzen sind es Thuja und Buxbaum. Wobei Pilzkrankheiten Probleme machen. Hier ersetzt der Gärtner den Bux durch eine Ilex crenata. Mit Lysimachia nummularia setzt er zartgrüne Akzente in die Beete.

Eine Grabstelle im Memoriamgarten ist für 20 Jahre angelegt. Wie man begraben sein möchte, ist eine ganz persönliche Entscheidung. Der Memoriamgarten bietet eine Möglichkeit für ein dauerhaft gärtnerisch gestaltetes Grab.

Beitrag von Julia Sebastian

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