Wasserbüffel (Quelle: rbb)

Schafe und Wasserbüffel - Tiere als Helfer in preußischen Parks

Im Charlottenburger Schlosspark weiden Schafe und auf der Pfaueninsel sind die Wasserbüffel eingezogen. Tiere als Helfer bei der Parkpflege – macht das wirklich Sinn?

In einen prächtigen Garten gehören elegante Tiere. Im ältesten preußischen Rosengarten lebt der Beweis. Hier auf der Pfaueninsel wetteifern Federkleid und Blütenpracht um größtmögliche Beachtung. Aufwändig inszenierte Schönheit, gekrönt durch exotisches Getier.

Der Neffe des alten Fritz, Friedrich Wilhelm II, auch genannt der dicke Lüderjahn, wollte all diese lebenden Kostbarkeiten in einem Blickfeld haben. Und holte die Pfauen auf die Insel. Das ist knapp 250 Jahre her.

Heutzutage ist die Ankunft von Tieren in den königlichen Gärten ein Ereignis wie ein Staatsbesuch. 29 Schafe werden in den nächsten Augenblicken schon über die hochgewachsenen Wiesen Sanssoucis herfallen. So die Erwartung.

Dabei scheinen sie erstmal auf der Flucht zu sein. Schafe im Schlosspark – ein ungewöhnliches Bild, aber historisch belegt.

Es gab schon mal eine Beweidung zu DDR-Zeiten, die ist dann sozusagen mit Herden durchgeführt worden, die ist aber in den letzten Jahren in Vergessenheit geraten. Und ja, wir haben jetzt auch ein paar Dokumente gefunden, wo drin steht, dass auch schon zu Zeiten von Friedrich dem Großen Beweidung zumindest in Teilen stattgefunden hat.

Vom Krankenbett wird der alte Hundeliebhaber zitiert, er freue sich schon auf die Ankunft der 300 Schafe für Sanssouci. Ganz sicher weideten sie auch damals eher in den Randbereichen und nicht in den Prachtbeeten vor dem Schloss. Damals wie heute entfalten sie in den Wiesen eine bessere Wirkung als Sense oder Rasenmäher, erzählt der Schäfer, der mit dieser Herde quasi in den Dienst am Hofe gehoben wurde.

Sie düngen auch gleich, was eine Mähmaschine hier nicht macht. Und sie tragen in ihrem Fell Samen. Wir haben sie gerade geschoren, aber wenn das Fell wieder nachwächst, nehmen sie auch die Samen mit auf und verteilen die hier.

Die so zusammengetragene Artenvielfalt blüht prächtig auf und verleiht der Wiese einen besonderen Wert. Das wussten natürlich die alten Hofgärtner schon und sahen zu, dass Tiere, wo es geht, in ausreichender Zahl durch die preußischen Kulturlandschaften streifen.

Dazu zählen auch Wasserbüffel, die Lieblingstiere von Friedrich Wilhelm III. 170 Jahre ist es her, da bekam dieser König ein Pärchen der wilden Büffel geschenkt und gesellte es zu den Pfauen auf die schöne Havelinsel. Da es hier ohnehin schon ziemlich exotisch zuging, passten die wilden Dickhäuter ins Landschaftsbild.

Was die Gärtner von heute wiederum freut ist, dass seit der Wiederkehr der Büffel vor 9 Jahren, die Vielfalt der Pflanzenarten auf der Insel zugenommen hat.

Das wichtigste, der Badeteich, darf für einen Wasserbüffel auch in einem königlichen Gartendenkmal nicht fehlen. Was sich manch ein Besucher an heißen Tagen nur wünschen kann, ist den Büffeln eigens gestattet worden: Das Bad haben sie sich aber auch verdient. Immerhin machen sie in dem preußischen Park einen richtig guten Job: als Rasenmäher, Arterhalter und als Düngerproduzent.

Beitrag von Felix Krüger

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