Hummel und Biene auf Purpur-Sonnenhut, Quelle: imago/blickwinkel
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Offen und einladend sollten sie sein - Blüten für Bienen

Wie sieht sie eigentlich aus die perfekte Blüte für Bienen? Im besten Falle ist sie weit offen, die Biene kommt gut an Pollen und Nektar ran und sie bekommt einen bequemen Landeplatz geboten. Da die Bienen in freier Natur immer weniger Nahrungsquellen finden, sollten auch Balkongärtner daran denken den fleißigen Bestäubern einen reich gedeckten Tisch anzubieten. Einige Blüher aus dem umfangreichen Angebot sind dafür besonders gut geeignet.

Die prächtigen Farben und Düfte sind verlockend - und ist der Landeplatz groß genug kann man ihn gut anfliegen. Für Hummeln, Bienen und andere Insekten sind die einfachen, ungefüllten „Cosmea" Blüten, die Blüten des „Salbeis" und der „Strohblumen" das reinste Gourmetrestaurant.

Aber die Insekten schlagen sich nicht nur die eigenen Bäuche voll: Eine Gartenhummel zum Beispiel schleppt am Tag ein Drittel ihres Körpergewichts weg, „Bienenfleißig" sammeln sie Pollen und Nektar für ihre Völker.

In der Lehr- und Versuchsanstalt in Veitshöchheim bei Würzburg werden die Insekten bei ihrer Schwerstarbeit beobachtet und gezählt.

Jede Pflanze hier auf dem Versuchsfeld wird eine Minute beobachtet. Dabei schaut man auch darauf, ob die Bienen Nektar oder Pollen sammeln. Beim Lavendel ist es interessant, dass verschiedene Hummelarten zu sehen sind. Zum Beispiel die „helle Erdhummel" sucht emsig nach Nektar auf dem Lavendel. Hummeln suchen nach Nektar und benutzen ihren Rüssel. Sie haben einen relativ langen Rüssel im Vergleich zu Honigbienen. Sie können den Nektar auch aus größeren Tiefen aus der Blüte raussaugen. Wenn sie ihren Magen voll haben, dann fliegen sie wieder zurück zu ihrem Nest.

Bis zu acht Hummeln oder Bienen zählt der Student pro Minute auf einer Pflanze. Er beobachtet sie für seine Bachelorarbeit. Er will herausfinden, welche Pflanzensorten Insekten satt machen. Die Bienen finden nämlich kaum noch Nahrung auf den ausschließlich auf Ertrag angelegten Feldern und Wiesen.

Auch bei den Zierpflanzen zählten lange nur Üppigkeit und gefüllte Blüten. Doch bei denen kommen die Insekten nur schwer oder garnicht an die Staubgefäße ran. Gefüllte Blüten sind oftmals wertlos für sie – ungefüllte hingegen können sie gut anfliegen.

Natürlich gezüchtete Zierpflanzen können auch eine gute Nahrungsquelle für Bienen sein. Aber es sollten auch Wildkräuter und Wildstauden im naturnahen Garten nicht fehlen, es gibt auch viele Rote Liste Arten, die auf spezielle Nahrungspflanzen angewiesen sind und deswegen ist eine gute Mischung immer die richtige Wahl.

Beim „Lavendel" zum Beispiel ist es für Bienen und Hummeln einfach, die Staubgefäße zu finden, ebenso bei den „Strohblumen". Und der „Sommerflieder" lockt besonders Schmetterlinge an. Auch sie lieben Nektar und ganz nebenbei bestäuben sie die Pflanzen. Natürlich reicht eine „Fächerblume" nicht aus, um ein Bienenvolk satt zu kriegen, doch wenn viele „bienenfreundliche Pflanzen" auf Balkonen, in Kleingärten oder öffentlichen Gärten ihre „Landeplätze" anbieten dann schon.

Beitrag von Anke Deleiter

 

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