Schnecke; © Anja Hirsch
Anja Hirsch
Bild: Anja Hirsch

Das Eigenheim immer dabei - Gehäuseschnecken

Schnecke ist nicht gleich Schnecke! Im Gegensatz zu den bei Gärtnern zumeist verhassten Nacktschnecken sind unter den Gehäuseschnecken viele, die im Garten nützliche Dienste leisten. Sie fressen Schädlinge, beseitigen Laub - sind beim Gärtnern einfach fleißige Helfer - und hübsch sind sie auch noch!

Schnecke ist nicht gleich Schnecke - auch wenn viele Gärtner das so sehen.

Gerade die Gehäuseschnecken leiden darunter, dass sie beim Sammeln mit ihren nackten Verwandten in einen Topf geworfen werden.

Dabei richten Bänderschnecke und Co. in der Regel viel weniger Schaden an.

Anders als viele Nacktschnecken fressen sie gerne Moose und Algenteppiche. Im Garten tummeln sie sich oft dort, wo Haufen mit Unkraut und abgeschnittenen Trieben liegen. Je welker und angemoderter, desto leckerer.

Tatsächlich gibt es immer weniger Gehäuseschnecken. Denn auch sie sterben durch Schneckenkorn und andere Gifte. Weil sie aber länger als die Nacktschnecken brauchen, um geschlechtsreif zu werden und auch weniger Eier legen, können sie ihre Verluste schlechter wettmachen.

Viele Gartentiere sind aber gerade auf die winzigen Schleimer angewiesen.

Blindschleichen, Kröten und eine Reihe von Käfern fressen kleine Schnecken, genauso wie viele Gartenvögel. Die Vögel brauchen den Gehäusekalk für ihre Eierschalen und die Knochen ihrer Küken. Aber auch das Schneckenfleisch finden einige sehr lecker: Ein Haufen kaputter Schneckenhäuser deutet möglicherweise auf eine Drosselschmiede hin: Hier könnte eine Singdrossel Schneckenhäuser zertrümmert haben, um an deren Inhalt zu kommen.

Im Garten finden wir meist die Hain-Bänderschnecke. Ihre Färbung ist sehr variabel, was sie für die Forschung interessant macht. Sie kommt in den verschiedensten Farbkombinationen vor: Mit gelbem Haus oder auch mit einem Braunen, mit einem Streifen, mit zwei Streifen, mit drei Streifen, oder sogar mit fünf Streifen - insgesamt gibt es 89 verschiedene Kombinationen. Wissenschaftler vermuten, dass jede Farbe besondere Vorteile hat: Im Gebüsch überleben die gestreifte Schnecken besser. In Wäldern die braunen. Und in heißen Gegenden schützen die gelben Häuser vor Überhitzung.

Im Garten tummelt sich aber noch weit mehr Schneckenvolk - und alle sind sie sehr individuell. Diese Glanzschnecke frisst gerne Fleisch. Vor allem Jungtiere anderer Schnecken.

Bei einigen Arten sind die Häuser behaart, wie bei der Riemenschnecke. Biologen vermuten, dass die Tiere durch die Haare besseren Halt auf feuchten Blättern finden.

Beim genauen Hinsehen ist jedes Haus einzigartig und wunderschön. Manche sind fein strukturiert, wie das der Schlüsselschnecke. Andere wirken wie aus Elfenbein geschnitzt. So unterschiedlich wie ihre Häuser sind auch ihre Lebensweisen. Schnecke ist einfach nicht gleich Schnecke!

Beitrag von Dorte v. Stünzner

 

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