Urbanes Gärtnern auf dem Dach eines Hauses in Berlin
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Dachterrassen - Bioptop in luftiger Höhe

Gerade mal drei Prozent aller Dächer sind in Berlin bepflanzt doch es werden immer mehr. Begrünung meint nicht nur exklusive Augenweiden in den Lüften, sondern auch „extensive Bepflanzungen“ mit Moos und Gras als ökologischen Schutzbelag. Aniele Horntrich berät Interessierte, wie und womit sich Dachterrassen erfolgreich und unbedenklich begrünen lassen.

Ihr Weg führt sie quer durch Berlin und immer auch hoch in die Lüfte. Aniela Horntrich ist Spezialistin für Dachterrassenbepflanzung. Heute liegt ihr Ziel in Kreuzberg, wo Cathrin Holthausen sie schon erwartet. Regelmäßig kommt Aniela Horntrich, um nach dem Rechten zu sehen oder auch um nachzupflanzen.

Was haben Sie mir denn heute mitgebracht? – Einmal Patagonisches Eisenkraut, das hat hier schon Blütenansätze und blüht lila. Schwebt über den anderen. Dann Pracht- oder Präriekerze. Die blüht auch bis Frost. Dann die Duftminze – die mit den Bienchen? – Ja, genau. Und dann noch die Witwenblume. – Ach die schöne Witwenblume.

Vielen Besitzern einer Dachterrasse fehlt die Kenntnis, wie genau man ein Dach bepflanzen sollte. Da kommt dann Aniela Horntrich ins Spiel. Sie weiß nicht nur, wie man den statischen Anforderungen gerecht wird, sie weiß auch, welche Pflanzen für luftige Höhen in der Stadt geeignet sind.

Zu ausgewählten Stauden und Gräsern pflanzt sie gerne Steppen- und Präriepflanzen. Die passen optisch besonders gut. Dazu zählen Lavendel, die Prachtkerze, Steppensalbei, die Witwenblume, Sonnenhut: sie alle vertragen Hitze wie Wind und leiden nicht unter der exponierten Lage. Denn Schutz bietet solch eine Dachterrasse nicht.

Vor vier Jahren war diese Terrasse in Kreuzberg nicht mehr ein ganz normales Dach mit einem tollen Blick auf die Stadt. Dann kaufte Familie Holthausen den Dachstuhlrohling und übergab die rund 100 Quadratmeter große Terrasse in die Hände von Aniela Horntrich.

200 – 400 Kilo Gewicht pro Quadratmeter dürfen es sein. Genug, um sich zu verwirklichen. Auch für die Bepflanzung der Kübel hat Aniela Horntrich Tipps. Unbedingt unten eine Drainage-Schicht und erst dann die Erde auffüllen.

Und ganz wichtig bei der Planung einer Dachterrasse: die Bewässerungsanlage. Ohne dieses punktuelle Wässern auch bei extremer Sonne geht es nicht, sagt die Expertin. Nur so bleiben Gärtner und Pflanze bei Laune und Gesundheit.

Gerade mal 3 Prozent aller Dächer sind in Berlin bepflanzt. Doch Begrünung meint nicht nur exklusive Augenweiden in den Lüften, sondern auch „extensive Bepflanzungen“ mit Moos und Gras als ökologischen Schutzbelag. Beides ein wichtiger Beitrag zum Wohlbefinden in der Großstadt.

Beitrag von Christine Deggau

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