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Sonnenanbeter im Spätsommer - Dahlien - mach, dass sie lange blühen

Mehr als 200 verschiedene Dahliensorten stehen im Garten von Reinhold und Monika Roth in Münchberg, im Landkreis Märkisch Oderland. Die Dahlienliebhaber wissen, wie sie möglichst lange blühen und welche Besonderheiten bei all den unterschiedlichen Blütenformen und –größen zu beachten sind.

Wenn sich die Sommerblumen so langsam verabschieden, dann laufen sie zur Hochform auf: die Dahlien. Von den mehr als 30.000 Sorten haben Monika und Reinhold Roth mehr als 200 in ihrem Garten im Landkreis Märkisch Oderland.

Sie kennen jede und lieben jede. Besonders langstielige Sorten wie die „Ball marron“ eignen sich gut für die Vase, andere weniger, der Sammler hat da so seine Erfahrung. „Park princess,“ sieht z.B. nur im Beet gut aus.

Wohl kaum eine andere Blume erscheint in so unterschiedlichen Blütenfarben und -formen, man unterteilt sie daher in Klassen. Bei den Seerosendahlien zum Beispiel sind die Blütenblätter wie bei einer Seerose angeordnet. Ganz anders die Orchideenblütigen, die eher exotisch anmuten. Die dichtgefüllten kugelrunden Blüten gehören zur Klasse der Balldahlie. Noch kleiner sind die Pompondahlien, benannt nach den Trotteln an den Mützen der französischen Matrosen.

Die einfachen Dahlien, die mit dem offenen Auge, bei denen die Staubgefäße zu sehen sind, wirken nicht nur am natürlichsten, sondern locken auch zahlreiche Insekten an. Ein Tipp vom Fachmann: Eine, die ständig blüht, viel und auffallend, wenn sie am Zaun steht, das ist die „Olympic fire“.

Raffinierter: die Sorte „Olivia“, sie gehört zu den Halskrausendahlien

Zusammengerollte abstehende Blütenblätter, die fast stachlig aussehen, sorgen für die Bezeichnung Kaktusdahlie. Und wenn sich die Enden der Blätter spalten, wird daraus eine Hirschgeweihdahlie. Manchmal übertreiben Züchter allerdings.

Dahlien brauchen einen guten nährstoffreichen Boden, der nicht zu nass ist, sonst neigen sie zu Pilzkrankheiten. Und wenn regelmäßig die verwelkten Blüten abgeschnitten werden, blühen sie umso fleißiger.

Mit dem ersten Frost hat die Pracht allerdings ein Ende. Der sollte dennoch abgewartet werden, bevor die Knollen ins Winterquartier kommen. Das mindert das Pilzrisiko.

Damit bei der großen Anzahl an Dahlien hier nichts durcheinander gerät, wird alles akribisch dokumentiert.

Aufgrund ihrer imposanten Blüten knicken Dahlien leicht ab. Deshalb lohnt es sich, die Stiele an Stäben zu fixieren.

Monika und Reinhold Roth verwenden weder Clips noch Kunststoffstäbe, bewährt haben sich Holz und Strippe. Das sieht am natürlichsten aus. Was Dahlien nicht können: Duften.

Dennoch bekommt bei den Roths jede Sorte ihre Chance. Damit auch jede zur Blüte kommt, wird Grünmasse reduziert. So gelangt mehr Kraft in die verbleibenden Stiele, die dann mehr Blüten ansetzen. Und geht mal eine Dahlie ein, ist es auch kein Drama.

So werden wohl im kommenden Jahr hier noch mehr Dahlien blühen.

Beitrag von Martina Hiller

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