Wespe isst Marmelade, Foto: Colourbox
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Wespe isst Marmelade | Bild: Colourbox

Unbekannte Vielfalt - Wespen im Garten

Wespen gehören in den Garten wie Blumen und Bienen. Aber obwohl es bei uns einige hundert Wespenarten gibt, nehmen wir immer nur zwei wahr. Die deutsche und die gemeine Wespe. Störenfriede, die uns beim Grillen nerven, auf dem Kuchen krabbeln und gerne mal stechen.

Dabei ist ihre große Verwandtschaft ausgesprochen friedliebend. Wie diese Feldwespe. Sie ähnelt ihren stechfreudigen Schwestern, aber beim Fliegen lässt sie die Beine hängen. Daran kann man sie gut erkennen. Feldwespen haben nur kleine Völker. Sie mögen weder Wurst noch Kuchen, sondern fangen lieber Mücken und Fliegen für ihre Brut. Im Garten sind sie gute Mitbewohner. Hier haben sie sich oberhalb eines Insektenhotels angesiedelt. Unterhalb von ihnen leben andere Wespen: Einzelgänger ohne Volk, die ihre Brut alleine aufziehen.

Diese Lehmwespe mag es bunt - sie verschließt ihre Röhre mit blauem Sand. Das ist eher ungewöhnlich. Die Röhre hat sie vorher mit Blattkäferlarven gefüllt. Die Wespe jagt die Larven aktiv. Sobald sie eine Larve gegriffen hat, versucht sie sie mit Stichen zu betäuben - es dauert eine Weile, bis sie endlich abheben kann. Larve für Larve schleppt sie so herbei. Und legt dann ein Ei an die gelähmte Beute. Die wird nun nach und nach von der Wespenlarve aufgefressen.

Die Grabwespe nebenan trägt kleine Spinnen als Beute ein. Hier ist die Wespenlarve schon geschlüpft und frisst sich munter durch den Spinnenberg in ihrer Kammer.

Draußen auf den Röhren lauert ein Parasit - eine Goldwespe. Sie legt ihre Eier an die Beute anderer Wespen und spart sich so die Arbeit, selber jagen zu gehen. Auch eine Strategie, um zu überleben.

Offene Bodenstellen im Garten locken viele andere Wespen an. Hier gräbt ein Bienenwolf seinen Nistgang in den Boden. Der Hauptgang kann bis zu einen Meter lang werden. Dann schleppt er seine Beute herbei - Honigbienen. Andere Wespen jagen Raupen oder Heuschrecken für ihre Larven und befreien den Garten so von Schädlingen.

Viele Wespen sind nützlich und verdienen unseren Schutz. Wie diese Schlupfwespe. Oder die winzige Blattlauswespe, die ihre Eier in Blattläuse legt und sie so dezimiert. Unsere größte Wespe ist die Hornisse, die außerhalb ihres Nestes ein eher scheuer und friedlicher Gast in unseren Gärten ist.

Beitrag von Dorte von Stünzer-Karbe

 

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