Zitronen hängen an einem Zitronenbaum in der italienischen Toskana (Bild: imago/Lem)
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Neuzelle - fast wie am Mittelmeer - Blutorangen, Pomeranzen und Zitronen

Das Herz von Ralf Mainz aus Brieskow-Finkenheerd schlägt für Zitrusgewächse. Besonderheiten wie die Landsknechtshosen-Pomeranze oder Meyer’s Zitrone wachsen in seiner Sammlung. Der Klostergärtner von Neuzelle kennt sich aus mit der Pflege der Exoten.  

Nach heutigem Forschungsstand stammen alle Citrus aus dem Gebiet des südlichen Himalaja. Von dort haben sie sich über den Handel von Asien über Arabien nach Südeuropa verbreitet und sind dann mit der Renaissance auch nach Deutschland gekommen. Über 400 Citrus-Sorten und -Arten sind bisher bekannt, wirtschaftlich relevant jedoch nur 15 bis 20. Alle anderen werden von Sammlern und Botanischen Gärten oder Forschungsinstituten kultiviert. Prinzipiell sind alle Citrusfrüchte essbar. Gärtnermeister Ralf Mainz betreut in der Klosteranlage von Neuzelle ca. 140 Pomeranzen. Aus dieser Beschäftigung wurde seit 2012 auch ganz privat eine Leidenschaft. 25 verschiedene Zitrussorten hat er bisher versammelt, in einer südländisches Flair verströmenden Gartennische.

Die Sorten

Unter den 25 Sorten ist eine Pomeranze, deren Fruchtschale an die Hose der Landsknechte im Mittelalter erinnert. Deshalb nennt man sie auch "Landsknechthose" Neben der "Calamondin", einer kleinfrüchtigen aber sehr aromatischen Bitterorange, geeignet für Tees und Marmelade , ist die "Bizzaria" der ganze Stolz von Ralf Mainz. Das Gemisch aus zwei Pflanzen, einer Limone medica und einer weiteren Zitronensorte, vereint auch in jeder Frucht die beiden unterschiedlichen Geschmäcker.

"Meyer’s Zitrone" - eine Kreuzung aus Zitrone und Süßorange - ist sehr kälteresistent und trägt das ganze Jahr über zahlreiche Blüten. Und überaus saftige Früchte.

Die Bitterorange „Poncirus“, auch Dreiblattzitrone genannt, verliert als einziges Zitrusgewächs im Winter die Blätter. Sie hat einen sparrigen Wuchs und lange Dornen, ist aber äußerst robust und sehr wüchsig. Man nimmt sie als Veredelungsunterlage. D.h. man schneidet alle Blätter ab, die man nicht haben will und auch die Triebe und die Stacheln werden abgeschnitten und setzt dann den Edelreis rauf.

Pflege

Regelmäßige, aber moderate Wassergaben gehören zum Einmaleins der Zitruspflege. Der 42 Jährige Klostergärtner hat da einen ganz speziellen Trick: Man prüft die Feuchtigkeit im Topf ganz einfach. Man greift hinein, schaut, ob es irgendwo trocken ist, und wenn man dann merkt, die Erde bleibt immer noch am Finger haften, dann ist es noch feucht genug. Man braucht nicht zu gießen, auch wenn es trocken aussieht.

Schnitt

Für reichlich Blüten und Früchte sorgt der Schnitt der Pflanzen - bis zu drei Mal im Jahr. Im Frühjahr und Sommer werden die langen herunterhängenden Triebe in Form gebracht. Die radikale Kronenkorrektur erfolgt im Spätwinter. Wo aber überwintern die exotischen Zitrusgewächse?

Überwinterung

Man muss sie frostfrei überwintern. So zwischen 5-8 Grad wäre ideal. Also eine Waschküche, die frostfrei ist oder eine Garage, ein Hausflur macht sich ganz gut, wichtig ist aber, dass genügend Licht vorhanden ist. In unseren Breiten sind die Winter einfach nicht hell genug. Deswegen immer zusätzlich beleuchten. Eine einfache Leuchtstofflampe reicht aus. 10 Stunden an. Das nimmt nicht viel Strom. Aber es hilft den Pflanzen gut und gesund über den Winter zu kommen.

Beitrag von Uta Greschner

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