Beweidung in Berlin Lichterfelde (Quelle: rbb)
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Natur in der Stadt - Beweidung in Lichterfelde

Anne Loba bewirtschaftet in Berlin Lichterfelde auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz eine Weidelandschaft von 55 Hektar! Unzählige Pflanzen, Vögel, Reptilien und Insekten leben hier. Im Dienste des BUND sorgt sie allein seit 30 Jahren dafür, dass das Gelände mit seiner Artenvielfalt erhalten bleibt – ihre einzigen Helfer sind Pferde!

Beweidung in Berlin Lichterfelde (Quelle: rbb)

Es ist ein in Berlin einzigartiges Gelände: der ehemalige Truppenübungsplatz in Lichterfelde-Süd. 55 Hektar groß wird diese Weidelandschaft von einer einzigen Frau bewirtschaftet: Anne Loba. Die ehemalige Tierärztin kennt jedes Kraut, das hier wächst, jede Pflanze, jedes Tier, das hier seinen Lebensraum findet. Unter ihrer Regie, sanft gelenkt, darf die Natur walten, wie sie will.

Sie wird immer wieder an ihre Aufgaben erinnert, wenn sie durch das Gelände streift. Zum Beispiel daran, das gelbleuchtende Jakobskreiskraut zu entfernen: eine giftige Pflanze die nicht zu unterschätzen ist: Pferde meiden sie instinktiv, Insekten wie Bienen aber lieben sie – womit sie für Menschen im Honig eine Gefahr bedeuten. In einem Zeitfenster von zwei Wochen muss sie samt Wurzel rausgerissen werden.

Anne Loba hat alles was auf der Weide wächst und lebt im Blick, verfolgt einen präzisen Plan, der aufgeht. Zu jeder Jahreszeit. Unterstützt wird sie allein von den dreißig Pferden der hier ansässigen Reitergemeinschaft, die auf dem Gelände verteilt auf verschieden großen Koppeln stehen. Das Heu, das sie bekommen, ist eher als Abwechslung, zum Spielen gedacht. Zu Fressen finden diese Pferde auf den Weiden genug und außerdem mähen sie die Weide viel schonender als das ein Motorgerät tun würde, mähen kleinteilig, lassen Mosaike stehen durch selektive Fressauswahl. Und sie hinterlassen Kot, auch der ist Lebensraum. Also ist eine Beweidung für die Insekten, die wirbellosen, die Bodentarthropoden viel günstiger als wenn man mäht.

Jeden Tag ist Anne Loba hier draußen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Auf Geräte verzichtet sie weitestgehend. Nur das Notwendigste; die Handsichel, Handschuhe oder auch ein Hammer, um die Pfähle einzuschlagen für die nächste Bekopplung, wenn die Pferde umgestellt werden.

Manchmal bekommt sie Besuch. Wie von Andreas Faensen-Thiebes vom BUND, dem Arbeitgeber von Anne Loba. Seitdem das Gelände 2016 an einen Immobilienmogul verkauft wurde, kämpft der BUND dafür, dass trotz Bebauung der Charakter des Biotops erhalten bleibt.

Eine Fläche, die rund 500 Pflanzenarten, über 50 Brutvogelarten, Schmetterlingen, Käfern, Heuschrecken, Wildbienen Lebensraum bietet. Diese einzigartige Artenvielfalt – unter dem Schutz einer einzige Frau: das gibt es nicht oft. Aber es ist machbar!

Anne Loba kämpft auf ihre Art, ist in den letzten 30 Jahren eins geworden mit einem Areal, das genauso besonders ist wie sie selbst.

Beitrag von Christine Deggau

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