Eine Katze steht auf einem Haufen Kürbisse auf einem Obstgut nahe Potsdam, Brandenburg. (Quelle: dpa)
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Die Herbstkönige - Kürbisse

Kürbisse sind einfach prachtvolle Gesellen. Sie sehen gut aus und lassen sich zu fantasievollen Dekorationen und köstlichen Gaumenfreuden verarbeiten. Was aber muss man ihnen im Garten bieten, damit sie auch wirklich gut gedeihen und welche Sorte ist für welchen Zweck und welchen Standort die Beste? Fragen über Fragen, die von den Gartenzeit-Experten kompetent beantwortet werden.

Mächtig gewaltig und dazu auch noch vielfältig - in Form, Farbe und Verwendung. Der Kürbis ist das Gemüse mit den größten Früchten. Aus botanischer Sicht sind es Beeren, genaugenommen Panzerbeeren, da ihre Haut im Laufe der Zeit richtig hart wird. Einige Sorten bekommen verholzte Warzen, was kein Makel ist, sie lassen sich sogar länger lagern.

Lediglich beim Hokkaido, dem wohl beliebtesten Speisekürbis bleibt sie relativ zart, daher wird er auch mit Schale zubereitet. Damit die in Südamerika beheimatete Pflanze bei uns überhaupt ausreifen kann, sollte sie vorgezogen werden und erst nach den Eisheiligen ins Beet kommen.

Geerntet werden die Früchte im Herbst vor dem ersten Frost. Doch zu früh gepflückte Kürbisse faulen auch schneller.

Längs gestreift - der Spaghetti-Kürbis. Sein Fruchtfleisch zerfällt beim Erhitzen in lange Fäden, die dann wie Spaghetti aussehen.

Melonenähnlich - der Feigenblattkürbis. Eher fad im Geschmack wird er höchstens für Marmeladen verwendet.

Tief gerippt - der Muskatkürbis, ein sehr carotinhaltiger Speisekürbis.

Zart und fast cremig und leicht nussartig im Geschmack ist das Fruchtfleisch vom Butternut-Kürbis.

Zum Braten eignet sich der Blaue Ungar, sein Fruchtfleisch ist relativ mehlig und die skurrilen Bischoffsmützen lassen sich gut füllen.

Der Halloweenkürbis wird lediglich zum Schnitzen genutzt.

Auch das Fruchtfleisch vom Ölkürbis ist kaum zu gebrauchen, dafür aber seine wertvollen Kerne. Nicht nur in der Steiermark, sogar im brandenburgischen Beelitz wird er zur Ölgewinnung angebaut.

Lediglich als Augenschmaus dienen die verschiedenen Zierkürbisse. Aufgrund enthaltener Cucurbitacine sind sie meist giftig, sollten deshalb nicht gegessen werden. Aus den Kultursorten wurden diese Bitterstoffe herausgezüchtet. Sofern man jedoch Saatgut aus eigenen Pflanzen gewinnt, kann es zu unkontrollierten Rückkreuzungen kommen. Gleiches gilt für die Zucchini, die ebenfalls zur Kürbisfamilie zählt.

Im Zweifelsfall kostet man ein kleines rohes Stückchen. Schmeckt es bitter - weg damit!

Bis auf Nacktschecken, die sich gerne über die Blüten oder ganz jungen Blätter her machen, hat der Kürbis eigentlich keine Feinde und kann so eine bunte - mehr oder weniger runde Vielfalt in unsere herbstlichen Gärten bringen.

Beitrag von Martina Hiller

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