Mischbeet (Quelle: rbb)
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Wer mit Wem? - Mischkultur im Gemüsebeet

Da geht es dem Gemüse wie den Menschen – nicht jeder kann mit jedem - schon gar nicht dicht an dicht nebeneinander leben! Traumpaare im Beet sind Mais und Kartoffeln oder Schnittlauch und Kohlrabi. Sie schützen sich gegenseitig vor Krankheiten und Schädlingen und streiten sich nicht um den Platz oder das Wasser. Es gibt viele solcher idealer Nachbarschaftsverhältnisse im Beet aber auch einige, die sich einfach nicht riechen mögen!

Michbeet (Quelle: rbb)

Wer mit wem, das ist hier die Frage. Was zunächst wie ein chaotisches Durcheinander erscheint hat System. Porree gedeiht neben Sellerie, Physalis zwischen Zwiebeln, Tomaten reifen beim Rotkohl.

Als hier im Mai Kartoffeln gelegt wurden, kam eine Reihe Mais dazwischen und Phacelia an den Rand. Mais verträgt sich gut mit den Kartoffeln. Blätter und Wurzeln kommen sich auch in ausgewachsenem Zustand nicht in die Quere. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Ebenso bewährt hat sich die Kombination von Gurke oder Zucchini mit Dill. Denn Dill verstärkt das Aroma. In Nachbarschaft mit Möhren und Zwiebeln vertreibt Dill zudem Wurzelschädlinge und Blattläuse. Andererseits sind die Dillblüten auch ein gutes Futter für Raubwespen.

Fenchel auch ein Doldenblütler sollte nicht in unmittelbarer Nähe wachsen, das führt zu unerwünschten Kreuzungen. Schnittlauch und Kohlrabi sind ein perfektes Paar - der scharfe Lauchgeruch vergrault die weiße Kohlfliege.

Und Erdbeeren bekommen in Gesellschaft von Schnittlauch keinen Grauschimmel.

Nicht nur aus optischen Gründen setzt man Studentenblumen - also Tagetes - zwischen Kohl und Kartoffeln. Ihr strenger Geruch hält die Weiße Fliege fern und sie bringen Nematoden zum Absterben. Das sind winzig kleine Fadenwürmer, die an den Wurzeln der Pflanzen saugen.

Borretsch sichert eine reiche Ernte, indem er zuverlässig Bienen und andere Bestäuber in den Garten lockt.

Ober- und unterirdisch macht sich auch die Ringelblume nützlich. Sie wehrt wohl Schnecken ab, vertreibt Fadenwürmer und ist nicht nur für Insekten attraktiv.

Sozusagen ein Traumpaar im Gemüsebeet: Porree und Sellerie, nicht nur weil hier ein Arbeitsgang beiden Pflanzen nutzt. Sondern auch, weil sie sich gegenseitig schützen.

Sellerie darf ohnehin weiterwachsen - bis zum Frost. Porree wird je nach Verbrauch geerntet. Im Boden hält er sich viel länger, als im Kühlschrank.

Altbewährt ist die Kombination von Knoblauch und Salat. Knoblauch hemmt bestimmte Pilze im Boden.

Eine stabile Beziehung führen auch Zwiebeln, Pastinaken und Paprika. Sie halten sich gegenseitig Schädlinge fern und wachsen platzsparend: Die Pastinake unten, die Paprika oben und die Zwiebel schmal dazwischen. So wird die Fläche optimal genutzt, Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge haben es schwer sich zu auszubreiten.

Es ist eben ganz wichtig auch im Gemüsebeet für gute Nachbarschaft zu sorgen, darauf zu achten wer zu wem gut passt!

Beitrag von Martina Hiller

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