Buchsbaumzünsler auf einem Buchsbaum (Bild: imago/TEAM2)
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Service - Alternativen zum Buchsbaum

Buchsbäume galten immer als robust und anspruchslos. Sie verschafften dem Bauerngarten das typische Aussehen. Doch die Zeiten, in denen man sich keine Sorgen um die immergrünen Gewächse machen musste, sind vorbei. Pilze und vor allem der Buchsbaumzünsler setzen ihm zu.

Viel Gärtner sind auf der Suche nach geeigneten Alternativen zum Buchsbaum. Häufig empfohlen wird die kleinblättrige Art der Stechpalme Ilex crenata, die in Wuchs und Form dem Buchs sehr ähnelt und aus Asien stammt. Ilex crenata mag einen eher sauren Boden, daher sollte man immer etwas Rhododendronerde mit einarbeiten. Doch nicht jede Sorte verträgt Sonne, Wind und trockene Kälte gleichermaßen gut.

Zum Beispiel die Sorte, Convexa‘, mit dunklen Beeren. Ähnlich die ,Dark Green‘, gelber im Laub die Sorte ,Golden Gem‘.

Wenn jetzt in dieser schwierigen Lage alle Ilex crenata kaputt gehen, haben wir immer noch die Möglichkeit, die Berberitze zu pflanzen. Dabei handelt es sich nicht um eine der laubabwerfenden Sorten, sondern um die immergrüne Zwergform Berberis buxifolia.

Eibe ist eine gute Alternative. Sie ist immer schon in den historischen Gärten verwendet worden, ähnlich wie Buchs. Sie ist sehr langlebig, sie ist extrem ausschlagfähig, sie wurzelt tief, hat also auch nicht diese Trockenheitsprobleme. Sie hat natürlich ein ziemlich dunkles Laub also nicht so eine frische Wirkung wie der Buchs. Aber es gibt ja schon gelbe oder helle Arten, mit denen es mal versucht werden könnte.

Weniger als Hecke, aber als immergrüner Wall eignet sich der Cotoneaster, der im Herbst zusätzlich mit seinen roten Beeren punktet.

Sehr wuchsfreudig ist die immergrüne Heckenkirsche Lonicera nitida, auch wenn sie mit ihren überhängenden Trieben dem Buchs nicht ganz so ähnelt. Sie ist gut schnittverträglich, mag es sonnig und ist recht anspruchslos.

Eine schöne dichte Hecke in voller Sonne bildet der Feuerdorn. Allerdings ist es kein Vergnügen ihn zu schneiden - aufgrund seiner sehr spitzen Dornen.

Leichter zu händeln ist der Immergrüne Spindelstrauch, aufgrund seiner panaschierten Blätter sieht er dem Buchs aber nicht ganz so ähnlich. 

Angeboten werden auch kleinblättrige Rhododendren. Die Sorte ,Bloombux‘, eine Zwergform ist extra als Buchsalternative gezüchtet worden. Noch fehlen langjährige Erfahrungen. Beeindruckend sind die rosafarbenen Blüten. Er ist als Kugel und auch als Beeteinfassung gut geeignet.

Der wohl unkomplizierteste Buchsersatz in Uwe Steinkamps Garten ist der einheimische wintergrüne Liguster. Ob als Hecke, Beeteinfassung oder Kugel. Er macht alles mit, ist gut wüchsig und sollte mindestens zweimal im Jahr in Form gebracht werden. Und lebensbedrohliche Krankheiten oder Schädlinge wie den Buchsbaunmzünsler kennt er auch nicht.

Beitrag von Martina Hiller

Schädling, Schadbild, Bekämpfung

  • Aufgrund des Buchsbaumzünslers suchen immer mehr Gartenbesitzer nach einer Alternative zum Buchsbaum. Wir stellen Ihnen die besten Alternativen zum Buchs vor:

     

    Rhododendron micrantum ‚Bloombux‘

    Ilex crenata ‘Dark Green’

    Japanischer Ilex ‚Convexa‘

    Gelber Bergilex ‚Golden Gem‘

    Portugiesische Lorbeerkirsche ‚Angustifolia‘

    Heimische Eibe Taxus baccata

    Heckenmyrte Lonicera nitida ‚Maigrün‘

    Spindelstrauch ‚Green Rocket‘

    Berberitze buxifolia ‚Nana‘

    Schwarzgrüner Liguster ‚Atrovirens‘

    Euonymus, Spindelstrauch

    Spindelstrauch der Sorte Emerald Gold
    imago images/Harald Lange

    Taxus, Eibe

    Formschnitt, Eibe (Quelle: Imago Images)
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    Ilex Crenata, Japanische Stechpalme

    Japanische Huelse, Glory Gem (Ilex crenata Glory Gem) (Quelle: imago images/McPHOTO/H.-R. Mueller)
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  • Buchsbaumzünsler (Quelle: imago/blickwinkel)
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    Der Buchsbaumzünsler, lat. Cydalima perspectalis, ist ein Schädling, der das Blattwerk des Buchsbaumes in Kürze abfrisst. Der aus Ostasien stammende Nachtfalter legt seine Eier auf den Blättern des Buchsbaumes ab. Die geschlüpften Raupen fressen dann die Pflanze von innen nach außen kahl. Anschließend machen sie sich auch an die Rinde. Dabei sterben alle Pflanzenteile oberhalb der Fraßstelle ab.

    Den Buchsbaumzünsler-Falter erkennt man an seinen schwarz-weiß gemusterten Flügeln und seinen weißen Vorderflügeln mit braunem Rand. Ihn findet man unter den Blättern des Buchsbaumes. Seine Lebensdauer beträgt 9 Tage, in der Zeit legt er bis zu 150 Eier. Optimal für seine Entwicklung sind Temperaturen zwischen 18-30 Grad. Man kann davon ausgehen, dass ca. alle 2-3 Monate eine neue Generation herangezogen wird. Überwintern können die Buchsbaumzünsler eingesponnen im Kokon. Sobald die Temperaturen konstant über 7 Grad liegen, werden die Schädlinge aktiv.

    Die Schädlinge sind bis zu 5cm lange, grün-schwarz gepunktete Raupen. Sie haben keine natürlichen Feinde. Der Buchsbaum ist zwar giftig, das Gift kann der Raupe jedoch nichts anhaben, dient für sie eher noch als Schutz. Für Vögel werden sie so ungenießbar.

  • Schadensbild des Buxbaumz (Quelle: imago/Gottfried Czepluch)
    imago/Gottfried Czepluch

    Da erst seit 2015 der Buchsbaumzünsler in Europa anzutreffen ist, war das Ausmaß vorerst nicht einschätzbar. Mittlerweile ist klar, dass sich der Schädling ungestört ausbreiten kann. „Wer einen Buchsbaum derzeit kauft, kauft Pflanzenschutzmittel gleich mit dazu.“ So und so ähnlich reden Gärtner mittlerweile und bieten den Liebling der Deutschen vermehrt nicht mehr in ihren Gärtnereien an. Thiacloprid und Acetamiprid gelten als chemische Insektizide und werden zur Bekämpfung des Buchsbaumzünslers eingesetzt. Aber auch ein biologisches Insektizid hat sich gegen den Buchsbaumzünsler als geeignet erwiesen: Bacillus thuringiensis. Damit es wirkt, muss es jedoch im Anfangsstadium der Raupen aufgetragen werden. Man sollte darauf achten, dass man nicht vorbeugend spritzen darf. Erst bei Befall ist es erlaubt Insektizide einzusetzen.

    Das rechtzeitige Erkennen des Befalls ist von großer Wichtigkeit für eine erfolgreiche Bekämpfung. Ab dem Frühjahr sollte man seine Pflanzen auf den Befall kontrollieren. Zur Früherkennung wurden sog. Pheromonfallen für den Buchsbaumzünsler entwickelt. Diese locken die männlichen Falter mit Duftstoffen an, welche dann in der Falle kleben bleiben.

    Ebenso helfen Pflanzenschutznetze und die Zugabe von Algenkalk, um einen Befall zu vermeiden oder zumindest zu verringern. Diese sehen jedoch nicht gerade attraktiv aus im eigenen Garten.

  • Bei starkem Befall hilft nur noch ein Rückschnitt der Pflanzen, um sie vor der endgültigen Zerstörung zu bewahren. Im Frühjahr treiben die Äste neu aus.

  • Waldfriedhof Zehlendorf, Grab des Schauspielers Günter Pfitzmann (Quelle: dpa)
    dpa

    Die durch den Schädling betroffenen Buchsbaumsorten sind die in Deutschland beheimateten Arten „Gewöhnlicher Buchsbaum“ (Buxus sempervirens) und der eher selten vorkommende „Kleinblättrige Buchsbaum“ (Buxus microhylla). Wichtig ist jedoch, einen erneuten Befall um jeden Preis zu vermeiden. Denn bei wiederholtem Befall der Pflanze durch den Schädling wird ein Überleben der Pflanze immer unwahrscheinlicher.

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imago/Manfred Ruckszlo

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