Orchidee (Quelle: rbb)

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Im Rosengut in Langerwisch kann man derzeit erleben, welch imposante Vielfalt die Welt der Orchideen zu bieten hat: Mehr als 3000 Orchideen werden dort noch bis Anfang Februar präsentiert. Wir stellen einige der über 100 Sorten vor und erfahren von einem Orchideenexperten die fünf wichtigsten Pflegetipps.

Im antiken Griechenland war die Orchidee ein Symbol für Männlichkeit. Ein Blick in jede Blüte verrät, warum sie auch heute noch für Leidenschaft und Fruchtbarkeit steht. Sie ist die unangefochtene Königin der Fensterbank. Und wie es sich für eine Hoheit gehört, ist sie auch ein bisschen eigen. Besonders beim Gießen. Weniger ist hier mehr. Wenn man die Orchidee zuhause hat, sollte man genau hinschauen: Ist der Topf noch beschlagen, dann sollte noch nicht gegossen werden. Der richtige Zeitpunkt zum Gießen ist, wenn der Topf ringsherum nicht mehr beschlagen ist und die Wurzeln so silbrig-weiß glänzen. Daran sieht man, dass die Pflanze wieder Wasser braucht.

Am wohlsten fühlen sich viele Orchideen-Arten in ihrer Heimat im tropischen Regenwald. Dort brauchen sie oft nicht einmal Erdboden, um zu überleben. Alles, was sie benötigen, holen sich die Wurzeln aus der Luft.

Wer seine Zimmerorchidee genau beobachtet, kann leicht erkennen, wie es der Pflanze geht. Dass sie umgetopft werden müssen, sieht man meist daran, dass die Wurzeln sehr stark schon über den Topf hängen oder die Wurzeln im Topf schon verrottet und braun sind und nicht mehr schön silbrig. Alle zwei bis drei Jahre sind Orchideen reif für einen Topfwechsel. Dafür den Wurzelballen gut lockern. Außer den abgestorbenen Wurzeln sollte man auch gleich die Blütentriebe entfernen.

Nach dem Umtopfen soll die Pflanze sich darauf konzentrieren, neue Wurzeln zu produzieren und zu wachsen und nicht die ganze Kraft in die Blüten zu stecken.

Orchideensubstrat ist gröber als Blumenerde. Es speichert das Wasser, lässt aber trotzdem noch genug Luft an die Wurzeln. Beim Eintopfen unbedingt darauf achten, dass wirklich alle Wurzeln im Topf landen. Anschließend: einmal ordentlich gießen und dann erst wieder nach vier bis sechs Wochen. Dann aber regelmäßig.

Bis höchstens 25 Grad Zimmertemperatur geht es dann den meisten Orchideen gut. Besonders Cambria-Orchideen lieben es jedoch, wenn sie im Sommer einen Platz im Freien bekommen. Der natürliche Tag-Nachtwechsel regt das Blütenwachstum an. Direktes Sonnenlicht mögen sie allerdings überhaupt nicht.

Die Dendrobium-Orchideen haben zwar sehr kleine Blüten, dafür aber viele und wenn sie in der Morgensonne draußen stehen, duften sie wunderbar.

Die Phalaenopsis – oder auch Schmetterlingsorchidee - ist die wahrscheinlich beliebteste Gattung. Sie ist so gezüchtet, dass sie das ganze Jahr über blüht. Wenn die Knospen trotzdem nicht aufgehen, liegt das wahrscheinlich an zu trockener Heizungsluft.

Gut ist es, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, in dem die Pflanzen ein bisschen kuscheln. D.h. Man stellt zu seinen Orchideen zwei, drei große grüne Pflanzen mit schönen großen Blättern wie einen Philodendron oder eine Monstera. Durch die natürliche Verdunstung dieser Pflanzen steigt die Luftfeuchtigkeit auf dem Fensterbrett und die Pflanzen fühlen sich einfach wohler und wachsen besser.

Bei guter Pflege können Orchideen übrigens älter werden als die meisten Haustiere. Eine Anschaffung ist also eine wunderschöne Investition in die Zukunft. Wer erst mal nur gucken will – im Rosengut Langerwisch stehen zur Zeit 3.000 Exemplare – noch bis Anfang Februar.

Beitrag von Steffi Stoye

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