Winterlinge (Quelle: rbb)
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Die ersten Winterblüher - Winterlinge

"Man müsse die Winterlinge zu Millionen auf die Gärten loslassen", meinte der große Gartenphilosoph Karl Foerster einst. Kein Wunder, denn die Winterlinge zählen mit ihren kleinen gelben Schalenblüten zu den schönsten Winterblühern und zu den Ersten, die sich im Vorfrühling in den Beeten zeigen. Wir stellen einen Sammler der kleinen Winzlinge und seine beeindruckende Sorten vor.

Ihre Blütezeit reicht von Ende Januar bis in den März. Am besten gedeihen sie auf nährstoffreichen, lockeren Lehmböden und im lichten Schatten.

Winterlinge erscheinen häufig vor den Schneeglöckchen und vor allem: sie duften. Dennoch finden sie in vielen Gärten kaum Beachtung.

Neben der bekannten Wildform Eranthis ‚hyemalis‘ gibt es weitere Arten und Sorten.

Bei dem ‚Zitronenfalter‘ erinnert die gelbe Farbe an reife Zitronen. Gefüllt die Sorte: ‚Flore pleno‘. Frischgelb: Die ‚Uckrower Frühlingssonne‘, benannt nach einer Brandenburger Gärtnerei, die einst Winterlinge in ihrem Sortiment hatte.

Mit roten Stielen präsentiert sich die frühe Sorte ‚Winterzauber‘. Etwas später erscheint ‚Tubergenii‘ mit bronzefarbenem und stark geschlitztem Laub. Dunkler fast ins Orange geht die Sorte ‚Schlyters Orange‘. Blassgelb dagegen zeigt sich ‚Schwefelglanz‘.

Bei intensiver Sonne locken die farbenfreudigen Winzlinge auch die ersten Bienen aus dem Winterschlaf.

Für den Sammler ist allerdings der fast grüne Winterling das Top-Model. Damit ist der Winterling das erste Mal innen total gefüllt und dann noch in der Farbe Grün! Das ist das Besondere dabei. So ein Pflänzchen kostet allerdings an die einhundert Pfund und man bekommt diese Rarität nur in Monksilver in England.

Am beliebtesten bei uns ist und bleibt aber der heimische Eranthis ‚hyemalis‘. Man bekommt ihn im Frühjahr in den meisten Gärtnereien, im Herbst gibt es ihn als Knolle. Dann wäre es ganz gut, wenn man die Knollen 1-2 Tage ins Wasser legt, damit sie quellen können und nicht in trockenem Zustand in die Erde zum Anwurzeln kommen.

Bis sich jedoch unter Bäumen und Sträuchern ein gelber Teppich ausgebreitet hat, müssen einige Gartenjahre ins Land gehen. Auch wenn sich der Winterling selber aussamt.

Im ersten Jahr erscheinen nur die klitzekleinen Sämlinge, im zweiten Jahr zeigen sich diese kleinen rosettenförmigen Blätter. Und gelb wird er erst im dritten Jahr. Obwohl er klein ist, kann er sich im Laufe der Zeit so ausbreiten, dass er ganze Flächen erobert.

Beitrag von Martina Hiller

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