Märzenbecher (Quelle: Colourbox)
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Märzenbecher | Bild: Colourbox

Saxdorf Pfarrgarten - Märzenbecher: Läuten den Frühling ein

Märzenbecher – auch Frühlingsknotenblumen genannt - gehören zu den unkomplizierten Frühblühern. Haben sie sich im Garten etabliert, werden sie von Jahr zu Jahr schöner und üppiger. Sie erfreuen nicht nur das Herz, auch als Bienenweide sind sie unerlässlich, denn gerade wenn es noch kühl ist, finden die ersten Bienen nicht viel Nahrung. Einer der schönsten Orte für Märzenbecherfreunde ist ohne Zweifel Saxdorf in Südbrandenburg!

Sie sind viel größer als Schneeglöckchen. Manchmal werden sie dennoch mit ihnen verwechselt: die Märzenbecher - botanisch ‘Leucojum vernum‘. Ihre Blütenblätter sehen wie kleine Becher oder Reifröckchen aus, die die empfindlichen Staubgefäße und Griffel umhüllen und so vor Frost schützen. Aufgrund des auffällig grünen Fruchtknotens wird der Märzenbecher auch als Frühlingsknotenblume bezeichnet.

Dass Märzenbecher selten sind und sogar gefährdet, mag man beim Anblick dieses Blütenteppichs kaum glauben. Aber im brandenburgischen Pfarrgarten Saxdorf scheinen die Bedingungen ideal zu sein. Nur einige wenige brachte Karlheinrich Zahn aus einem Schrebergarten in Halle hier her. Das war vor über 50 Jahren. Den Märzenbechern schien es zu gefallen. Sie blieben und vermehrten sich so reichlich, dass im Laufe der Jahre auch ständig welche an andere Gartenfreunde abgegeben wurden.

Im Gegensatz zu Schneeglöcken sind sie jedoch deutlich wählerischer. Selbst für den namhaften Staudengärtner Klaus-Peter Manig aus Uebiggau ist dieses riesige Vorkommen in Saxdorf einmalig.

Märzenbecher brauchen feuchten Boden, brauchen möglichst etwas Schatten und deshalb wachsen sie in der Natur in Auwäldern und Mittelgebirgen, überall dort wo es eben etwas schattiger und feuchter ist. Schneeglöckchen sind deutlich robuster, kommen zur Not auch in der vollen Sonne klar. Märzenbecher sind schon was Besonderes.

So einfach im Herbst mal Zwiebeln kaufen, das funktioniert nicht immer: Märzenbecher haben einen ganz großen Nachteil, die bilden keine feste Zwiebelschale. Märzenbecher muss man beizeiten topfen, schon im Sommer und das funktioniert im normalen Großhandel nicht.

Wer Märzenbecher im Garten haben möchte, sollte im Frühjahr getopfte Ware pflanzen und dann schön in Ruhe lassen - in der Hoffnung auf Nachwuchs.

Märzenbecher vermehren sich bevorzugt über Aussaat. Da darf man nicht hacken und nicht harken und ein bisschen Laub drauflassen und dann hat man Sämlinge. An den Märzenbechern sind oben die Fruchtknoten und aus denen bilden sich die Samenkapseln. Dann wird der Stengel immer länger, legt sich auf den Boden und dort an der Stelle keimt dann im nächsten Jahr der Sämling. 

Erspart bleibt uns die Qual der Wahl, was verschiedene Sorten angeht. Seit Jahrzehnten vagabundiert der Märzenbecher unverändert durch unsere Gärten und Wälder. Mal mit zwei nickenden Becherchen an einem Stiel, meist jedoch nur mit einem.

Beitrag von Martina Hiller

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