Acker auf der Pfaueninsel (Quelle: rbb)
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- Die Pfaueninsel: Gärtnern wie damals

Auf der Pfaueninsel fühlen sich die Besucher wie in einem alten Gemälde. Es ist die perfekte Kulisse für Romantiker, Nostalgiker und Menschen, die ohne weit zu reisen ihre Sehnsucht nah fremden Ländern stillen wollen. Noch heute werden die Felder dort fast genauso bestellt wie vor 200 Jahren.

Wer in diesen Tagen die Havel zur Pfaueninsel überquert, kann ein Schauspiel in mehreren Akten erwarten. Die Balz der Pfauenmännchen läuft gerade auf Hochtouren. Was die Weibchen gewohnt wenig beeindruckt. Aber das gehört zur Inszenierung hier auf der großen, romantischen Inselbühne. Dahinter steckt harte Arbeit.

Hinter den Kulissen bereitet sich der kräftigste Inselarbeiter auf seine Rolle als historischer Ackergaul vor.

Max, 16 Jahre alt. Rheinländisches Kaltblut - Ein echtes, und selten gewordenes Arbeitspferd. Gärtner Mirko Wunderlich ist als Pferdebeauftragter auf der Pfaueninsel angestellt. Er ist Stallmeister, Kutscher und Antreiber in einem. Und heute geht es zur königlich-preußischen Feldarbeit. Das ist inmitten des Weltkulturerbes von heute schon etwas Einzigartiges.

Max soll einen Morgen Land beackern. Mit dem Striegel. Das ist ein mechanisches Unkrautentfernungsgerät. Ein Morgen ist gerade so viel, wie ein Pferd seit je her an einem Morgen schafft, erzählt Mirko Wunderlich. Er bereitet das Saatbeet vor für eine lila Blumenwiese – Phacelia. Sie wird Bienen anlocken und den Boden verbessern.

Frühstückspause. Der Chef kommt vorbei. Er legt großen Wert auf die historische Landwirtschaft, wie die alten Hofgärtner sie hier schon betrieben haben.

Seit 1794 wird nachweislich auf der Insel geackert. Richtig los ging es hier ab 1810, als Hofgärtner Fintelmann die Landwirtschaft für seinen König, aufleben ließ. Man hatte Roggen, Hafer, Kartoffeln, Klee – z.B. das waren die gängigen Früchte. Und Luzerne, um einfach eine kräftige Gründüngung durchzuführen.  

Im 19. Jahrhundert importierte man in Preußen die englische Mode der sogenannten „ornamental farms“. Das waren Vorzeigelandwirtschaften, die die neuesten Erkenntnisse über Ackerbau darstellten. Der Agrarwissenschaftler Albrecht Daniel Thaer kam auf die Pfaueninsel, um hier seine Grundsätze der rationellen Landwirtschaft zu verwirklichen. Den Wechsel von Halm-, Hack- und Grünfrüchten ohne Brachen.

Ackerbau und Viehzucht inmitten der großen Frühlingsblütenpracht – Besucher auf der Pfaueninsel können, wenn sie genau hinschauen, hier das große Naturtheater erleben.

Beitrag von Felix Krüger

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Feenglöckchen (Quelle: rbb)
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Schattenraritäten: Unbekannte Schönheiten

Waldlilien, Feenglöckchen und Herzblattwurz – kaum einer kennt diese Schönheiten, sie führen quasi ein Schattendasein. Nicht so beim ehemaligen Züchtungsleiter der Staudengärtnerei Foerster, Dr. Konrad Näser. In seinem Garten in Potsdam Bornim werden die Unbekannten gewürdigt und gepflegt. Als Dank bringen sie Farbe in dunkle Gartenecken.