Mohn
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Bild: rbb

- Mohn: Pop-Art im Garten

Mohn begeistert jetzt im Juni vor allem durch seine knalligen Farben. Besonders bekannt ist bei uns der einjährige Klatschmohn. Doch die Gattung Mohn hat noch weit mehr zu bieten. Etwa 120 Arten sind beim Mohn bekannt. Allerdings ist seine Blüte nur von kurzer Dauer. 

Mohn ist wie ein Flamencotanz – feurig und verspielt, voller Leidenschaft. Allerdings ist seine Blüte nur von kurzer Dauer. Ursprünglich stammt der Klatschmohn aus den gemäßigten Gebieten Eurasiens und Nordafrikas. Mit dem Beginn des Ackerbaus hat er als blinder Passagier seine Reise um die Welt angetreten und nahezu jeden Winkel der Erde besiedelt. Durch immer reineres Saatgetreide und den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln ist er auf den Feldern seltener geworden, erfreut uns aber noch an Straßenrändern, auf Brachen und Schutthalden. 

Das Erscheinen der ersten Blüten im Jahr lässt das Herz aufgehen. Sie verzaubern durch ihre Blütenblätter, die filigran und seidig sind und dennoch intensiv leuchten. So schön die roten Blüten sind, so vergänglich sind sie: Nur zwei bis drei Tage halten sie durch. Daher sollte man der Versuchung widerstehen, einen sommerlichen Mohnblumenstrauß zu pflücken, denn die zarten Blütenblätter fallen bereits nach kürzester Zeit ab. Mit etwas Glück rücken aber neue Farbtupfer nach.

Stellt man die Stängel schnell ins Wasser öffnen sich nach und nach auch die Knospen. Diese zarte kurzlebige Pflanze, die einjährig ist, hat ein fantastisches Verbreitungssystem: Tausende Samen wachsen in den für Mohn typischen Kapseln heran. Sie bilden an der Oberseite eine Art „Windfang“, so dass die kleinen Mohnsamen viele Meter weit getragen werden. Fühlt sich Mohn einmal im Garten wohl, verbreitet er sich meist von selbst. Am besten kümmert man sich überhaupt nicht um ihn. Mohn ist die ideale Gartenblume für Genießer, meint Stefan Hessheimer, Fotograf und Gartenliebhaber im Oderbruch. Sonnig will Mohn allerdings stehen, ansonsten hält sich die Pflege in Grenzen. 


Für den Anbau im heimischen Garten haben engagierte Züchter viele neue Sorten geschaffen, so dass es inzwischen verschiedene Farbschattierungen gibt. Einige tragen weiße Tupfer inmitten der Blüte, andere schwarze, manche gar keine. Die Palette reicht von rot gesprenkelten, über rosefarbene und gecrashte bis hin zu hellgeränderten Blüten. Sogar reinweiße gibt es. Die Aussaat ist relativ einfach. Am besten, man mischt das sehr feine Saatgut mit etwas Sand und füllt alles in einen Salzstreuer. Dann lockert und ebnet man den Boden und streut breitflächig aus. Da Mohn ein Lichtkeimer ist, muss nicht mal Erde darauf.

Der einfache einjährige Klatschmohn hat auch gefüllte Verwandte. Außerdem gibt es den orangefarbenen Goldmohn, auch als Kalifornischer Goldmohn oder Schlafmützchen bekannt. Und den Islandmohn, oft auch in Gelb und Weiß, der zweijährig ist. Noch länger hat man im Garten Freude am großblütigen Türkenmohn. Hier handelt es sich um eine Staude, die sich mit ihrer Pfahlwurzel tief in die Erde gräbt und dann nicht mehr umgepflanzt werden sollte, weil sie das kaum unbeschadet übersteht. Blüten und Samenkapseln vom türkischen Mohn sind deutlich größer als die vom Einjährigen. Die getrockneten Kapseln sind beliebt in Gestecken.

Der lilafarbene Schlafmohn jedoch, der den Grundstoff für Opium und Heroin liefert, blüht erst von Juni bis August und darf in Deutschland nicht angebaut werden.

Um alle anderen Mohne muss man sich keine Sorgen machen. Wenn sie allerdings üppig und farbenfroh den Garten zieren, haben auch sie so etwas wie Suchtpotential.

 

Beitrag von Martina Hiller

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