Das Schloss Pfaueninsel auf der gleichnamigen Pfaueninsel in der Havel bei Berlin (Quelle: imago/Hohlfeld)
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- Die Pfaueninsel – Spätsommer im Inselparadies

Der Spätsommer auf der Pfaueninsel ist von einem ganz eigenen Zauber geprägt. Das Heu wird eingefahren, der Klappertopf – ein selten gewordenes Gewächs - zeigt seinen Blüten und die Heide beginnt zu leuchten. Manche der Mitarbeiter dort haben sogar das große Privileg, die Insel 24 Stunden am Tag genießen zu können und zwar diejenigen, die dort dauerhaft wohnen dürfen.

Spätsommer auf der Pfaueninsel. Den besten Job haben die lebenden Rasenmäher hier im Weltkulturerbe. Doch die Wasserbüffel sollen nicht alles auffuttern. Für den Inseltraktor, der den Wintervorrat für die Ponys erntet, muss auch was übrig bleiben. Eigentlich macht er zwei Heuernten im Jahr, aber die diesjährige Ausbeute ist wegen der Trockenheit mehr als mager.

Einen Streifen darf der Traktor nicht antasten - hat der Inselchef verfügt: hier wächst nämlich eine botanische Rarität. Sie steht auf der Roten Liste und war 2005 Blume des Jahres: Ein Klappertopf.

Seinen lustigen Namen hat der Klappertopf von den Samen, die man sogar klappern hören kann.

Noch ein Kraut wächst in der diesjährigen Trockenheit besonders gut auf der Pfaueninsel: das Heidekraut. Schon lange hat das Eiland nicht mehr so lila geblüht wie in diesem Spätsommer. Ein Import von Kaiser Wilhelm, dem Ersten, der um 1870 ein Stück Lüneburger Heide an die Havel bringen ließ.

Farbenfroh, geheimnisvoll und romantisch zeigt sich die Insel - als Gartenkunstwerk aus der Feder verschiedener Hofgärtner. Und der Pfau ist uneingeschränkter König in diesem Reich.

Während die meisten Besucher die Schönheit der Insel nur zu den Fährzeiten zwischen 9 und 19Uhr erleben, hat Brigitte Graffunder das Paradies zu jeder Stunde für sich: Und das schon seit 1970 als sie mit ihrem Mann, dem Maschinisten vom Pumpenhaus, auf die Pfaueninsel zog. Sie arbeitete über 30 Jahre lang als Schlossführerin. Jetzt ist sie Gärtnerin in ihrem Reich am Wasser.

Hier ist ein bisschen die Zeit stehen geblieben. Im Windschatten der Großstadt. Etwas abgeschieden. Brigitte Graffunder wollte genau dieses Insulanerleben von Anfang an. Und die damalige Wohnpflicht am Arbeitsort für Mitarbeiter der Schlösserstiftung war für sie eher Geschenk als Pflicht.

Doch ihr 3000 qm Paradies ist auch immer wieder bedroht gewesen. Ganze Rotten von Wildschweinen zogen schon marodierend durch den Garten, bis sie einen Elektrozaun anschaffte. Der zieht sich mittlerweile um die ganze Insel. Seitdem hat sie wieder Ruhe. Fast jedenfalls.

Beitrag von Felix Krüger

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