Ackerwinde im Beet (Quelle: Imago Images/Manfred Ruckszio)
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Bild: imago stock&people/Manfred Ruckszio

- Pflanzen-Feinde im Beet - wie wird man sie wieder los?

Sie kommt heimlich im Schutz der Dunkelheit, unter Blättern und Zweigen. Unauffällig arbeitet sie sich nach oben, um dann zu würgen, zu unterdrücken und um am Ende selber zu glänzen: Die Ackerwinde, mit ihren unschuldig weißen Blüten. "Feinde im Beet" nennen die Gärtner diese Eindringlinge gerne, denn sie verdrängen andere Pflanzen und haben sie sich einmal etabliert, sind sie kaum mehr zu entfernen.

Für Staudengärtnerin Kristina Scheller zählt sie zu den Wurzeln des Bösen. Sie hat lange und dicke fleischige Pfahlwurzeln. Im Laufe der Zeit mogelt sie sich nach oben, schlingt alles ein und reißt alles runter. Das ist wirklich gemein, findet sie - man sieht es erst, wenn es zu spät ist.

"Wehret den Anfängen" ist ihre Devise. Sie rät, das Unheil an der Wurzel zu packen, wenn diese noch nicht ganz so tief im Boden verankert ist. An kräftigen Zweigen kann man die elastischen Triebe der Ackerwinde noch durchtrennen. Versucht man dies bei zarten Halmen, zerstört man diese häufig gleich mit.

Auch diese kleinen Pflänzchen mogeln sich schnell und unbemerkt unters Grün.

Der Teufel ist ein Springklee, meint Kristina Scheller. Denn auch er hat Pfahlwurzeln, die man nicht rausbekommt. Ganz fies sind seine Springkapseln. ‚Wenn sie reif sind springen sie auf und dann hat man ganz viele neue Babys‘.

Was also tun? Resignieren oder akzeptieren?

Sie rät: Sich damit arrangieren und nicht verzweifeln.

Das empfiehlt die Staudengärtnerin auch für den Umgang mit dem Giersch, der ebenso wie aus dem Nichts erscheint. Schnell breitet er sich über größere Flächen aus.

Eigentlich ist er nur ein dankbarer Bodendecker und gar nicht so hässlich, meint sie. Er ist nur so in Verruf, weil er überall ist.

Giersch wuchert unterirdisch und ist deshalb nur schwer zu bekämpfen. Deckt man ihn mit einer Folie mindestens 2 Jahre lang ab, lässt er sich kurzzeitig vertreiben. Hackt man ihn weg, treibt er umso emsiger aus jedem noch so kleinen Wurzelstück aus.

Der größte Feind im Gartenbeet ist für Kristina Scheller jedoch der Hopfen.

Er hat diese langen Wurzeln, ist richtig ‚biestig‘ und bildet viele Ausläufer. Man kann nur im Vollschutz mit ihm arbeiten, weil seine Oberfläche wie Sandpapier ist. Man sollte ihn bloß nicht mit nackten Händen anfassen, rät sie. ‚Besonders schlimm‘ findet sie ‚seine gummiartigen Pfahlwurzeln‘ – wenn nur ein Stückchen von ihnen in der Erde bleibt, treibt er wieder aus und bildet Ausläufer.

Die großen Hopfen, die man in so einem Dschungel gerne mal übersieht oder aus Zeitmangel nicht erwischt hat, blühen dann und säen sich wieder aus. Die Babyhopfen muss man gleich erwischen, rät die Staudengärtnerin. ‚Sonst hat man das Elend unter der Erde‘.

Und von dort steigt der Hopfen empor und etabliert sich in aller Ruhe in unseren Gärten.

Beitrag von Martina Hiller

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