Rote Äpfel (Quelle: Colourbox)
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Reportage - Der Lutherapfel - Ein Mann, ein Baum, ein Name

In der Barnimer Baumschule der Hoffnungstaler Werkstätten stehen 95 Apfelbäumchen bereit - eine Rückzüchtung. Die Edelborsdorfer Renetten werden im Oktober 2017 an 95 Besitzer übergeben, die sie im Laufe der letzten vier Jahre für 500 Euro erworben haben.

Jedem Baum ist eine These Luthers aus dem Jahre 1517 zugeordnet. Die künftigen Besitzer haben ganz verschiedene Motive, sich an diesem einmaligen Projekt zu beteiligen. Der Film erzählt Geschichten, die ihre Motive verdeutlichen. Collageartig geht um die Person Martin Luthers, den Apfel und um Zeitgenossen, die die Idee des Lutherapfelbäumchens gut finden.


Unter ihnen die Frohnauer Lutherkids und die Jugendlichen des Jugendpfarramtes Gramzow, Dr. Peter Luther, Luthernachfahre, Friedrich Schorlemmer, der Gärtner werden wollte bevor er Theologie studierte und Jahrhunderte später in der gleichen Kirche wie der Reformator wirkte. Die Reportage führt zu Alexander Mempel aus Heinrichshof in der Uckermark. Er erwarb die Edelborsdorfer Renette namens Martin Luther für seine Obstwiese mit 350 verschiedenen Obstsorten. Am Großräschener See lernen wir Andreas und Cornelia Wobar kennen, die am Südhang des Sees einen Weinberg angelegt haben. Sie werden ein Apfelbäumchen pflanzen, um an den Heimatverlust von 4000 Bewohnern von Bückchen zu erinnern, die 1987 der Braunkohle weichen mussten.

Und wir sind in Bad Wilsnack, das Luther wegen seiner Wunderblutkirche und ihren blutenden Hostien ein Dorn im Auge war. Christa und Wolfgang Aschenkamp haben ihrer Gemeinde einen Apfelbaum geschenkt und erinnern so an den großen Reformator.

Ein Film von Sylvia Rademacher