Gartenstreit Grillen (Quelle: rbb)
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Gartenstreit - Wie oft darf man im Garten grillen?

Auftakt der Serie ist passend zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 das Thema Grillen im Garten. Während man sich auf der einen Seite des Gartenzauns aufs Grillen und Feiern im Freien freut, sorgen auf der anderen Seite Geruch und Lärm für Ärger. Wie oft darf man denn überhaupt grillen und was tun, wenn es einem der Nachbarn untersagt?  

Zur Fußball-WM schmeckt manchen die Grillwurst besonders gut. Am liebsten jeden Tag und draußen. Aber was, wenn die Dauergrillparty irgendwann die liebe Nachbarn zur Weißglut bringt? Wie oft darf man denn überhaupt den Grill anschmeißen, Frau Rechtsanwältin Beate Heilmann?

Gartenstreit Grillen - Beate Heilmann (Quelle: rbb)

O-TON Beate Heilmann, Fachanwältin für Nachbarschaftsrecht:
Das ist leider in der Rechtsprechung relativ uneinheitlich betrachtet: das geht von vier- bis sechsmal  pro Saison bis sogar zwanzigmal pro Saison -laut einer Entscheidung des Amtsgerichtes Schöneberg.

Gute Nachrichten also für Grillfreunde. Laut Amtsgericht Berlin -Schöneberg also dürften fünf Anwohner zusammen hundertmal im Jahr grillen. Aber so einfach ist es dann doch wieder nicht. Wenn sich ein Nachbar gegen seinen Willen ‚gegrillt‘ fühlt, kann er schon mal versuchen auf Unterlassung zu klagen. Falls auch kein Gespräch mehr möglich sein sollte.

O-TON Beate Heilmann, Fachanwältin für Nachbarschaftsrecht:
Ich habe eben immer dann den Anspruch, eine Unterlassung zu fordern oder auch eine Mäßigung zu fordern, wenn  es insbesondere in der Frequenz zu viel wird. Der Rauch ist eine ganz gravierende Beeinträchtigung – ich muss es zum Beispiel nicht hinnehmen, wenn der Rauch durch meine geöffneten Fenster hineinzieht.

Gartenstreit Grillen (Quelle: rbb)

Zum qualmenden Holzkohlegrill, dessen Emissionen nebenan ins Schlafzimmer wehen, gibt es Alternativen. Da wäre es doch schön, wenn man seinem Nachbarn wenigstens den Elektrogrill vorschreiben könnte.

Beate Heilmann, Fachanwältin für Nachbarschaftsrecht
Ich kann im Grunde genommen meinem Nachbarn keine Vorschriften machen, auf welche Art und Weise er das Grillgut zubereitet oder welche Gerätschaften er dabei benutzt.

Gartenstreit Grillen Logo (Quelle: rbb)

Bleibt noch die Frage, wie teuer wird es denn, wenn ich mich über eine Unterlassungsverfügung hinwegsetze und einfach weiter grille.

Beate Heilmann, Fachanwältin für Nachbarschaftsrecht
Wenn ich das dann im wiederholten Falle trotzdem mache, kann das bis zu zwanzigtausend  Euro, es kann theoretisch sogar in den hunderttausender  Bereich gehen. Nach der Zivilprozessordnung sind da ganz empfindliche Beträge im sechsstelligen Bereich zulässig.

Ehe einem da die Wurst im Halse stecken bleibt, lohnt es sich vielleicht, die Nachbarin zur WM-Grillparty einzuladen. Das könnte unterm Strich billiger werden.

Beitrag von Felix Krüger

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