Blumen blühen an einem Gartenzaun in Berlin. (Quelle: dpa/Maurizio Gambarini)
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Gartenstreit - Grenzabstand

Der Ast von Nachbars Hausbaum hängt über meinen Gartenzaun, seine Hecke steht genau auf der Grenze und sein Geräteschuppen verschattet meinen Lieblingsplatz – all das kann zum Streit unter Gartennachbarn führen. Allerdings ist es gut, wenn man sich vorher informiert was erlaubt ist und was nicht. Unsere Fachfrau zur Vermeidung von Gartenstreit, Rechtsanwältin Beate Heilmann, hat die Antworten.

Es gibt einen Bereich des Gartens, der ist rechtlich geradezu vermint: Es ist das Grenzgebiet zum Nachbarn. Wer beispielsweise zu nah am Zaun ein kleines Walnussbäumchen pflanzt, das in ein paar Jahren 30 Meter und höher wird kann richtig Ärger bekommen. Das Nachbarrecht ist deshalb an dieser Stelle genau ausformuliert, doch Vorsicht – in Berlin und Brandenburg gibt es unterschiedliche Bestimmungen.

Beate Heilmann, Fachanwältin für Nachbarrecht

Ein Obstbaum zum Beispiel in Berlin muss einen Meter von der Grenze einhalten. In Brandenburg zum Beispiel sind es zwei Meter.

Dieses Bäumchen steht zu dicht am Zaun. Weshalb die Nachbarn einmal genau nachmessen. Wie war das nochmal? Also: Mindestabstand für Bäume in Brandenburg – 2 m, solang, wie dieser Zollstock ist. In Berlin nur 1 m. Allerdings –hat der Anwohner in Berlin länger Zeit, seinen Nachbarn auf Versetzung eines Baumes zu verklagen als in Brandenburg. Es gibt unterschiedliche Duldungsfristen.

Beate Heilmann, Fachanwältin für Nachbarrecht

Wenn schon 5 Jahre vergangen sind, verstrichen sind, definitiv, dann geht leider nicht mehr viel. In Berlin haben wir eine Frist von 5 Jahren zu berücksichtigen, im Land Brandenburg sind es 2 Jahre, wonach ich einen Beseitigungsanspruch, wenn ich ihn bis dahin nicht geltend gemacht habe beim Nachbarn, dann auch richtig verstrichen sind, verjährt sind.

Das bedeutet aber auch, dass große Bäume Bleiberecht genießen. Sie wurden ja in der Regel länger als 2 oder 5 Jahre geduldet und müssen demzufolge nicht beseitigt werden.

Hätten wir noch Bauwerke an der Grundstücksgrenze – sie werden ja meist in der Absicht errichtet, dem Nachbarn das Sonnenlicht zu nehmen. Doch hier ist das Gesetz erstaunlich, sagen wir – schattig.

Beate Heilmann, Fachanwältin für Nachbarrecht

Das ist tatsächlich anerkannt in der Rechtsprechung, dass adie Wegnahme von Licht, den Schattenwurf also, der von einem Nachbargrundstück ausgeht, dass ich den grundsätzlich hinnehmen muss.

Es gibt also kein Recht auf Sonne. Das ist schade - aber ortsüblich, so urteilen die Gerichte, denn wo Licht ist, ist auch Schatten.

Beitrag von Felix Krüger

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