quakender Frosch (Quelle: rbb)

Gartenstreit - Wie laut dürfen Frösche quaken?

Für die Einen stehen sie für Natur pur im Garten und für die anderen sind sie einfach nur nervig und laut – Frösche. Nicht selten geraten der Froschfreund und der um den Schlaf gebrachte Nachbar aneinander – es kommt zum Gartenstreit – gut wenn man schon vorher weiß, was Frösche dürfen und was nicht!

Der Ruf der Wildnis ist ein vollendetes Gartenteichglück für den einen. Entsetzlicher Lärmterror für den anderen. Froschgesang kann die Nachbarschaft empfindsamer Anwohner entzweien.

Doch ist lautes Quaken überhaupt schon eine amtliche Ruhestörung, Frau Rechtsanwältin Beate Heilmann?

Beate Heilmann, Fachanwältin für Nachbarschaftsrecht
Die erreichen eine ganz beträchtliche Lautstärke von bis zu 60 dB(A) jedenfalls, was in den Nachtstunden ganz weit jenseits der zulässigen Belästigungsgrenzen liegt.

Die nächtliche Toleranzgrenze liegt bei 35 Dezibel. Das ist nicht mehr als lautes Flüstern. Aber kann man Frösche auf Einhaltung der Nachtruhe verklagen?

Beate Heilmann, Fachanwältin für Nachbarschaftsrecht
Natürlich nicht, es ist ja schlecht vorstellbar in der Praxis, aber natürlich kann ich auf den Nachbarn, den Halter der Frösche, einwirken.

Vor Gericht dreht sich alles um die Frage, ob Froschgesang an dem Quakort üblich ist, also ob in der Gegend sowieso schon gequakt wird oder nicht.

Beate Heilmann, Fachanwältin für Nachbarschaftsrecht
Wenn da nun quasi jeder Eigentümer einen Teich hätte mit Fröschen, dann könnte man ja vielleicht davon ausgehen, dass es ortsüblich ist. Aber generell ist ein Froschteich, gerade in städtischen Lagen, eher unüblich.

So hat jedenfalls der Bundesgerichtshof geurteilt, der sich im Jahr 1992 höchstrichterlich mit den Lurchlauten befassen musste.

Beate Heilmann, Fachanwältin für Nachbarschaftsrecht
Da war es etwas kurios, weil tatsächlich einerseits der Beseitigungs- oder Unterlassungsanspruch des sich gestört Fühlenden Nachbarn durchaus bestätigt wurde. Es war nicht ortsüblich, es war viel zu laut. Aber das Problem war, dass dann tatsächlich das Naturschutzgesetz dazwischen kam. So dass es dann letztlich dazu kam, dass die Frösche dann fröhlich weiter vor sich hinquakten in der Nacht.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Frosch. Er gewinnt die meisten Fälle, weil er per Gesetz ein schützenswertes Wesen ist.

Beitrag von Felix Krüger

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