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- Bogensee - Goebbels Villa & Hochschule der FDJ

Verfallen steht am Bogensee, nördlich von Berlin, der Landsitz von Joseph Goebbels - und daneben die Kaderschmiede der FDJ. In seiner Villa empfing Goebbels seine Geliebte. Beinahe hätte er für diese Liebe seine Arbeit als Propagandaminister aufgegeben, doch er entschied sich für die Macht. Nach dem Krieg wurde hier am Bogensee der Funktionärsnachwuchs der Freien Deutschen Jugend ausgebildet.

40 Kilometer nördlich von Berlin, nahe Wandlitz, befindet sich - versteckt im Wald - ein Gelände mit dem Namen "Bogensee".
Außenansicht der Villa © rbb/Dora Heinze
Außenansicht der Villa

Ein See, ein Wald. Versteckt, verfallen steht hier der Landsitz von Joseph Goebbels und ein paar Meter weiter die DDR-Kaderschmiede der FDJ. Erst schenkte die Stadt Berlin Hitlers Propagandaminister Goebbels im Berliner Naherholungsgebiet zum Geburtstag ein Wochenendhaus auf Lebenszeit. Dann baute ihm der Filmkonzern UFA eine weitere komfortable Villa am kleinen Waldsee Bogensee. Sie war Hitlers Berghof auf dem Obersalzberg ebenbürtig. Der Wald darum wurde bewacht.

Waldhof © rbb/Dora Heinz
Waldhof

Hier hatte Goebbels eine heimliche Liebesaffäre mit der Schauspielerin Lida Baarova. Beinahe hätte er für diese Liebe sein Amt aufgegeben, doch er entschied sich für die Macht. Seine Villa übernahm 1946 die Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend (kurz FDJ) als Ausbildungsort für ihren Funktionärsnachwuchs.

Stalinistische Neubauten kamen dazu. Abgeschottet im Wald sollten auch Befreiungskämpfer und linke Aktivisten aus der westlichen Welt die Lehren von Marx und Lenin hören. Die DDR-Massenorganisation FDJ bezahlte alles, selbst die Zigaretten für die Ausländer. DDR-Studenten erfuhren hier auch ein Stück Internationalität.

Hörsaal © rbb/Dora Heinze
Hörsaal © rbb/Dora Heinze

Die privilegierte Ausstattung der neuen Gebäude lag weit über dem normalen DDR-Standard: die größte Simultandolmetscheranlage mit Kopfhöreranschluss in den Aula-Sesseln und Telefone in den Internatszimmern der Studenten. Deshalb konnte hier 1981 das internationale Pressezentrum, anlässlich des Besuches von Bundeskanzler Helmut Schmidt bei Honecker, eingerichtet werden. Helmut Schmidt nutzte die Gelegenheit, in der Nähe das Grab seines einzigen Sohnes zu besuchen.

Innenansicht vom Schulgebäude © rbb/Dora Heinze
Innenansicht vom Schulgebäude

Die Gebäude stehen seit über 20 Jahren leer. Für die Goebbels Villa gäbe es Käufer, doch es soll kein Wallfahrtsort für getarnte rechtsextreme Gruppen werden. Die Stadt Berlin will nicht verkaufen. Eine Initiative von Anwohnern will nun das gesamte Gelände wieder beleben.

Film von Dora Heinze

Erstausstrahlung am 16.01.2018/rbb

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