Das Axel-Springer-Hochhaus steht an der Kreuzung Rudi-Dutschke-Straße/Axel-Springer-Straße.
Das Axel-Springer-Hochhaus steht an der Kreuzung Rudi-Dutschke-Straße/Axel-Springer-Straße. | Bild: imago/Jürgen Ritter

- Das Springer-Hochhaus

Das nach seinem Gründer, dem legendären wie umstrittenen Verleger Axel Springer, benannte Medienhaus ist seit Jahrzehnten ein politisch aufgeladener Ort: Feindbild für die einen, Symbol der freien Welt für die anderen.

Das Springer-Hochhaus verkörpert seit seinem Bestehen politische Signalwirkungen, deren Außen und Innenwahrnehmung unterschiedlicher kaum sein könnten. Das einst unmittelbar an der Mauer gelegene Verlagshaus hat Zeitungsgeschichte geschrieben, die weit über die Stadt Berlin hinausgeht. Ein Ort, den Politik und Prominenz hofieren und fürchten.

Für die 68er Generation ist das Haus Inbegriff für aggressive Meinungsmanipulation und für die DDR, deren Existenz von Springer nie anerkannt wurde, galt es als gefährlichstes Sprachrohr des Kalten Krieges.

Flur im Springer-Hochhaus, Foto: rbb/Koberstein Film/Marcus Winterbauer
Bild: rbb Presse & Information

1959 beschließt der Hamburger Verleger Axel Springer, sein neues Verlagshaus im geteilten Berlin direkt am Rande der Sektorengrenze bauen zu lassen. Er kauft Teile des unmittelbar am sowjetischen Sektorenrand in Trümmern liegenden alten Berliner Zeitungsviertels auf.

Scherl, Ullstein, Mosse und viele einst berühmte Verlage hatten hier seit dem Ende des 19. Jahrhunderts einen der international wichtigsten Pressestandorte etabliert. Allein im Jahr 1928 wurden hier insgesamt 147 Tages und Wochenzeitungen herausgebracht.

Redaktionskonferenz im Axel-Springer-Verlag, Foto: rbb/Koberstein Film/Marcus Winterbauer
Bild: rbb Presse & Information

Im Mai 1959, kurz vor Ablauf des Berlin-Ultimatums, in einer Zeit, als der Großteil der Wirtschaft West Berlin wegen der unsicheren Lage verlässt, wird der Grundstein des Springer-Hochhauses gelegt.

Willy Brandt und der Berliner Senat unterstützen das Vorhaben großzügig, in der Hoffnung, Axel Springer könne in dieser Situation ein Signal der Zuversicht setzen. Und in der Tat gehört das Gebäude unmittelbar am Mauerstreifen bald zu den größten und einflussreichsten Zeitungshäusern Europas.

Der Film erzählt die Geschichte des Hauses, die Teil der deutschen Zeitungsgeschichte ist. Die vergangenen 50 Jahre waren eine Zeit voller politischer Umbrüche, heute ist es die digitale Welt, die das Haus in Berlins Mitte vor neue Herausforderungen stellt.

Film von Maria Wischnewski
Erstausstrahlung 27.11.2018/rbb