Blick auf das so genannte Hindenburghaus auf dem Gelände des Olympischen Dorfes, Quelle: dpa
Blick auf das so genannte Hindenburghaus auf dem Gelände des Olympischen Dorfes. | Bild: dpa

Geheimnisvolle Orte - Das Olympische Dorf

Der Film erzählt die wechselvolle Geschichte des Dorfes, das als Quartier für die männlichen Athleten der XI. Olympischen Spiele 1936 in Berlin diente.

"Dorf des Friedens"

So wurde das Dorf von der deutschen Propaganda benannt. Es lag nur wenige Kilometer vor der Stadt in der Döberitzer Heide. Hier wohnten die Sportler aus 49 Nationen während der Spiele, hier trainierten sie ihre Disziplinen, bereiteten sich auf die Wettkämpfe vor.
Der NS-Staat wollte sich der Welt mit den Olympischen Spielen als friedfertige Nation präsentieren und mit demonstrativer Freundlichkeit auch über Menschenrechts-verletzungen, vor allem die politische und rassische Verfolgung im eigenen Land, hinwegtäuschen. Ein Sommer der Illusion. Das Dorf war Teil dieser Inszenierung.

Erbaut nach Plänen von Werner March

Er hatte auch das nur wenige Kilometer entfernte Olympiastadion entworfen. Das Dorf hatte 160 Gebäude: Empfangshäuser, Sportlerunterkünfte, eine Sport- und eine Schwimmhalle sowie einen großen Sportplatz.

Bauherr des Olympischen Dorfes war die Wehrmacht – seine militärische Nachnutzung war von Anfang an geplant. Eine unheilvolle Verbindung von Sport und Militär. In der Döberitzer Heide hatte man schon seit der Kaiserzeit Kasernen angesiedelt.

Unweit davon befand sich ein Militärflughafen - der erste, den es in Deutschland gab. Manfred von Richthofen wurde hier ausgebildet, und 1915 hob hier zum ersten Mal die berühmte "J1" von Hugo Junkers ab. Im Sommer 1936 zog ein Vortrupp der "Legion Condor" von hier in den Spanischen Bürgerkrieg – einen Tag vor der Eröffnung der Spiele.

Das Olympische Dorf wurde nach dem Weltkrieg von der sowjetischen Armee genutzt. Heute ist es im Besitz der Deutschen Kreditbank/Stiftung für gesellschaftliches Engagement. Seit 2006 ist es wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Film von Karin Reiss

(Erstausstrahlung am 03.06.2008)

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