Die sogenannte Scharnhorst-Stellung im Zentralabschnitt der Festung Oder-Warthe-Bogen, heute auch "Ostwall" genannt. Quelle: rbb/Frank Otto Sperlich

Geheimnisvolle Orte - Der Ostwall

Der "Ostwall", der östlich der Oder-Neiße-Grenze liegt, ist mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte verbunden.

Anders als sein Pendant im Westen ist der Ostwall so gut wie in Vergessenheit geraten. Aber in seinen Ausmaßen und in seiner Gigantomanie stand er dem Westwall kaum nach.

Der Ostwall war eine über 100 Kilometer lange Festungsfront, die in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts die ehemalige Reichshauptstadt Berlin schützen sollte. Zwei Autostunden von Berlin entfernt, in der heute westpolnischen Landschaft, dem Gebiet zwischen Oder und Warthe (Lebuser Land), findet man auch heute noch die teilweise gut erhaltenen Überreste dieser gigantischen Festungsfront.

ie sogenannte Scharnhorst-Stellung im Zentralabschnitt der Festung Oder-Warthe-Bogen, heute auch "Ostwall" genannt. Quelle: rbb/ Otto Sperlich

Kilometerlange Tunnel mit Eisenbahngleisen und unterirdischen Bahnhöfen. Drehbare Brücken, gigantische Geschütztürme, Sperranlagen: Vieles ist komplett erhalten.

Der Ostwall ist neben der Maginot-Linie und dem Atlantikwall eines der größten, weitgehend erhaltenen Festungs-systeme des 20. Jahrhunderts. Auf der ganzen Frontbreite wurden etwa einhundert schwere Betonbunker gebaut, die so genannten Panzerwerke. Etwa dreißig sind miteinander durch unterirdische Gänge verbunden.

Dieses riesige Hohlgangsystem von über 30 Kilometern Länge liegt etwa fünfzig Meter unter der Erde. Dort sieht man noch heute die Reste einer Schmalspurbahn, kleine Bahnhöfe, Kammern und Notkasernen.

Film von Lutz Rentner und Frank Otto Sperlich

Erstausstrahlung am 28.10.2007/rbb