Das wiederaufgebaute Stadtschloss in Potsdam. (Quelle: dpa)
Bild: dpa-Zentralbild

Geheimnisvolle Orte - Das Potsdamer Stadtschloss

Die Dokumentation erzählt die Geschichte dieses Schlosses als Zentrum von Macht, Politik und Geist im Laufe der Jahrhunderte.

Nun steht das Hohe Haus wieder dort, wo es einst erbaut wurde mitten in Potsdam. Doch die Funktion ist neu – jetzt regiert hier der Landtag von Brandenburg. Umgeben von rekonstruierter Stadtschlossfassade arbeiten die Abgeordneten in hochmodernen Büros und tagen im Plenarsaal auf geschichtsträchtigem Boden. Ältere Potsdamer erinnern sich noch an das "alte" Stadtschloss, das hier früher einmal stand. Ein geheimnisvoller Ort, dessen Geschichte heute fast vergessen scheint.

Das Potsdamer Stadtschloss war nicht nur irgendein preußisches Königsschloss, sondern lange Zeit ein Zentrum preußischer Macht, ein Brennpunkt von Ereignissen brandenburgisch‑preußischer wie europäischer Tragweite. Hier wurde 1685 das Edikt von Potsdam erlassen, das 20.000 Hugenotten die Einwanderung nach Brandenburg ermöglichte.

Hier fand die Krönung des brandenburgischen Kurfürsten zum ersten König in Preußen ihren glanzvollen architektonischen Niederschlag. Hier stritt der Soldatenkönig mit seinem widerborstigen Sohn ‑ den die Nachwelt "Friedrich den Großen" nannte. Hier wohnte Königin Luise. Nach der Bombardierung 1945 sollte dieses Schloss aus dem Gedächtnis verschwinden, es war als Preußenschloss in der DDR nicht gern gesehen – und wurde 1960 gesprengt.

Mit der Eröffnung des Landtages im Neubau mit historischer Fassade schließt sich der Kreis: Das Potsdamer Stadtschloss ist wieder ein Ort des politischen Lebens.

Film von Joachim Castan und Margarete Kreuzer

Erstsendung: 12.10.10/rbb

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