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Geheimnisvolle Orte - Der Zoologische Garten Berlin

Die spannende Geschichte des ältesten deutschen Zoos, der seit 1844 auch immer wieder Schauplatz weltgeschichtlicher Ereignisse war.

Die Flusspferde Knautschke, Grete und Bulette im Berliner Zoo, Juli 1953; Quelle: ARD
Die Flusspferde Knautschke, Grete und Bulette im Berliner Zoo, Juli 1953.

In Berlin scheint ihn jeder zu kennen, doch die Geschichte des Berliner Zoos ist fast unbekannt. Der Zoo wurde 1844 gegründet und ist somit der älteste Zoo Deutschlands. Hier traf sich der deutsche Kaiser mit dem Zar von Russland. In den Zoosälen feierte man die wichtigsten Feste der Stadt, darunter den Kaiser- und Bühnenball, später auch den Filmball.

Im 19. Jahrhundert pflegten die Berliner Zoodirektoren gute Beziehungen zu den Gouverneuren deutscher Kolonien. So wurden nicht nur Tiere, sondern auch Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland gebracht und im Zoo ausgestellt. Ein halbes Jahrhundert lang fanden hier Völkerschauen statt, beliebte Spektakel mit zweifelhaftem Hintergrund.
1932 übernahm Lutz Heck die Leitung des Zoos, ein überzeugter Nationalsozialist und Freund von Hermann Göring. Er richtete einen "Deutschen Zoo" mit Bären und Wölfen ein. Jüdische Mitglieder wurden aus dem Aufsichtsrat gedrängt und jüdische Zooaktionäre mussten ihre Aktien verkaufen.
Eisbär im Berliner Zoo; Quelle: ARD
Eisbär im Berliner Zoo, 1953.

Der II. Weltkrieg bedeutete fast das Ende des Zoos. Ein Großteil der Tiere wurde ausgelagert, und von den übrigen kamen die meisten bei Bombenangriffen ums Leben. Kurz vor Kriegsende wurde der Zoo zum Kampfgebiet.

In der geteilten Stadt dann war der Zoo ein Prestige-Objekt des Westens. Hinter den Kulissen sorgten die Pandabären für diplomatische Verwicklungen zwischen Ost und West.

Film von Dorothea Schildt und Birgit Wolske

(Erstausstrahlung am 09.10.2007, rbb)

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