Carla Kniestedt in der Küche von Alexej Hilz Quelle: Ben Linse
Ben Linse
Carla Kniestedt in der Küche von Alexej Hilz | Bild: Ben Linse

- Hausbesuch in Berlin und Brandenburg

Carla Kniestedt und Ulli Zelle treffen Menschen, die in Berlin und Brandenburg eine neue Heimat gefunden haben.

Sie kommen aus den USA, aus Dänemark, Hawaii und Österreich und sind viel in der Welt unterwegs gewesen. Sie erzählen, was ihnen die neue Heimat bedeutet und was sie bewegen wollen in Jüterbog, Oderberg und ihren Berliner Kiezen.

Der Musiker Mads Ahues aus Dänemark glaubt, dass man nicht nur eine Heimat braucht. Oderberg im Barnim sei mit seiner Landschaft, dem Dorfleben und Miteinander irgendwie ähnlich wie sein Herkunftsland Dänemark. Mit der Architektin Wiebke wollte er an einem Ort leben, wo die Kinder barfuß laufen können.

Ihr Haus an der Alten Oder ist noch eine Baustelle. Trotzdem fühlen sie sich schon wohl. In Zukunft wird der Musiker in Oderberg Bier brauen. Das gibt es dann im Biergarten "Haselbräu". Noch wird auch hier gebaut. Mads Ahues wird neben deutschen auch britische, amerikanische und dänische Biere brauen.

Antonia Nandori ist in Wien geboren und hat in der Schweiz Textildesign studiert. Da ihr die beiden Länder zu eng waren, ist die heute 27jährige nach Berlin gegangen und studiert nun Produktdesign. Ihr Freund Niels kommt aus Norwegen. Auch er wollte in die Großstadt.

Inzwischen betreibt Antonia Nandori neben dem Studium auch einen eigenen Hutsalon in den Hackeschen Höfen in Berlin-Mitte. Sie liebt das alte Handwerk und das Tanzen. Was sie braucht, um sich heimisch zu fühlen? Einen guten Freund und ein Hobby– z.B. den Brasilianischen Partnertanz "Forró". Und dafür trifft sie sich auch mal mit den tanzfreudigen Mitstreitern in ihrer Wohnung.

Raban von Studnitz ist schon als Kind viel durch die Welt gekommen. Seine Eltern waren Diplomaten: in Moskau, Ankara, Bonn, New York. Später hat er zehn Jahre in Moskau gelebt. Seine Frau Tracie ist in Hawaii und New York groß geworden. Kennengelernt haben sie sich in Moskau.

Seit 2016 fühlt sich das Ehepaar in Jüterbog, im Teltow-Fläming-Kreis, wohl. Auch ihr Haus befindet sich noch im Ausbau – drei Stockwerke sollen wieder ganz im Gründerzeitstil aufgebaut werden. Für die beiden ist Heimat dort, wo die Familie ist. Raban von Studnitz hat zu Hause ein Modell für ein Denkmal. Es soll für die zivilen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs in Jüterborg aufgestellt werden.

Alexej Hilz kam in Tomsk/Sibirien zur Welt. 1995 reiste er als Wolgadeutscher mit seiner Familie in die Bundesrepublik aus. Nach dem Abitur ging er nach Berlin. Seit seinem 4. Lebensjahr spielt Alexej Hilz Klavier. Heute ist er ein gefragter DJ und reist als DJ ALXJ durch die Welt. Er war schon in 27 Ländern – auf allen Kontinenten, außer in der Arktis.  Jeden Monat ist er woanders.  Für ihn ist Heimat überall dort, wo man sich wohlfühlt. Berlin als seine Basis ist ihm aber besonders wichtig.