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Berlin - Marzahn - Carla Kniestedt auf Entdeckungsreise bei der IGA und in Marzahn

Das internationale Marzahn +++ Der Englische Garten +++ Kunst und Kultur auf der IGA

Sie findet nur alle 10 Jahre statt. "Die Internationale Gartenausstellung" – IGA –präsentiert sich in diesem Jahr im Berliner Bezirk Marzahn – Hellersdorf. Sie hat sozusagen an die bereits seit 1983 existierenden "Gärten der Welt" angedockt, die schon immer viele Besucher angelockt haben. Nun sind noch der große Kienberg, samt Seilbahn und neue erschlossene Flächen an der Grenze zum Wuhletal und den Kleingärten hinzugekommen. Nach der IGA wird dieses Gelände ein neuer großer Volkspark sein. Die IGA ist also kein UFO im Bezirk, das mal kurz landet, sondern hinterlässt Spuren. Sie fügt sich in den Bezirk gut ein, der bereits jetzt der drittgrünste in Berlin ist.

Die angrenzende U-Bahnstation ist extra neu gestaltet und umbenannt worden in "Kienberg – Gärten der Welt". Von hier startet die Seilbahn zum100 Meter hohen Kienberg und fährt dann wieder auf der anderen Seite hinab zum Blumberger Damm. Die originelle und kurze Verkehrsverbindung zwischen Marzahn und Hellersdorf soll auch nach der IGA bleiben. Auch der neue Wuhlesteg macht es nun möglich, dass man zu Fuß oder mit dem Fahrrad ganz schnell zwischen den Bezirksteilen pendeln und durch den Park bummeln kann. Vom Wolkenhain auf dem Kienberg - in luftiger Höhe von 118 Metern - hat man einen fantastischen Blick auf Berlin und natürlich den Bezirk. Von dem schwärmt Markus Krause. Er ist in Marzahn groß geworden und wohnt immer noch hier. Zurzeit arbeitet der Geo-Ökologe auf der IGA. Er meint, dass sich der Bezirk immer weiter entwickelt und es immer etwas Neues zu entdecken gibt, vor allem auch viele grüne Orte, die eine Reise wert sind. Vom Skywalk, 70 Meter über den Dächern Marzahns , kann man sich das genauer ansehen.

Mit der Seilbahn schwebt man genau am Englischen Garten vorbei. Der ist anlässlich der IGA zu den "Gärten der Welt" hinzugekommen. Es gibt alte Apfelbäume und  Rosen, die man in typischen englischen Gärten anpflanzt. Auch Gemüse und Kräuter gehören in so einen Garten. Wer hätte das gedacht! Natürlich darf das Cottage nicht fehlen für den Teegenuss mit deftigen oder süßen Beigaben. Auch neue internationale Gartenkabinette gibt es auf der IGA. Sie wurden von Landschaftsarchitekten aus Brasilien, Afrika und Australien gestaltet. International, das ist auch Marzahn - Hellersdorf. Da findet sich mittendrin eine russisch-orthodoxe Kirche und Priester Pacholkov ist sich sicher, dass sich hier alle Nationen gut verstehen. Das meinen auch die Marzahner, die wir getroffen haben. Ihr Motto: Einfach aufeinander zugehen. Helga Wollgast gehört sozusagen zu den Ureinwohnern, war eine der ersten Bewohner des neuen Stadtteils. Sie fühlt sich hier wohl und vor allem sicher. Ein Imbissbetreiber und eine Blumenverkäuferin finden die Menschen in Marzahn – Hellersdorf nett. Vielleicht, weil hier nicht der Innenstadt-Stress tobt?

Entdeckungen und Begegenungen auf der IGA und in Marzahn

Neben dem IGA-Gelände sind Schrebergärten. Erst waren die Pächter nicht so begeistert von der IGA – ihr Zugang zum Kienberg war durch die Bauarbeiten versperrt. Aber dann haben Vorstand und IGA miteinander gesprochen und heute finden auch sie die Ausstellung gut. Man kann sogar einige Parzellen besuchen. Bei Herrn Urbahn sprießt das Gemüse ungewöhnlich gut. Das wäre der Kaninchenmist, meint er. Fachsimpeln ist also angesagt, wenn man vorbeischaut. Im sogenannten Startergarten kann man sich beraten lassen, wie man so eine kleine Parzelle anlegen kann. Grün und Platte, alte Gebäude und neue gehören in Marzahn – Hellersdorf zusammen. Auch junge Künstler, die hier einst aufgewachsen sind, finden die Vielfältigkeit des Bezirkes gut, sprechen von ihrer Verbundenheit untereinander. Ein Hochhaus ist wie ein Dorf meint die Aktionskünstlerin Franziska, die im Rahmen des Kunstfestivals "Acht Tage Marzahn" ein Hochhauskonzert veranstalten wird. Und zwar in dem Haus, wo sie aufgewachsen ist. Dabei werden Geschichten der Menschen, die auf den vielen Etagen wohnen, erzählt. Das Kunstfestival ist eine Willkommenskampagne des Bezirkes. Zahlreiche Künstler nehmen daran teil. Kunst gibt es auch vielfach auf der IGA. Dafür kann man sich eine App herunterladen.

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