In Oderberg (Quelle: Ben Linse)
Ben Linse
Bild: Ben Linse

Brandenburg - Landkreis Barnim - Carla Kniestedt erobert Oderberg

Kanu auf der Alten Oder+++Atelier in der alten Seilerei+++Antikes in der alten Apotheke
 
Oderberg mit seinen gut 2000 Einwohnern ist eine der ältesten Städte Brandenburgs. Der Name ist Programm: Auf der einen Seite der Stadt sind Berge, auf der anderen Seite findet sich die flache wasserdurchzogene Ebene des Oderbruchs. Die Stadt selbst liegt an der Alten Oder, unweit des heutiges Grenzflusses Oder, der durch die Begradigung entstanden ist. Oderberg hat trotz seiner idyllischen Lage viele Einwohner verloren und kämpft gegen den Verfall. Eine neue Gemeinschaft hat sich entwickelt, um wieder Leben in die Stadt zu bringen.

Oderberg hat trotz seiner idyllischen Lage viele Einwohner verloren und kämpft gegen den Verfall. Eine neue Gemeinschaft hat sich entwickelt, um wieder Leben in die Stadt zu bringen. Ines Förster ist gebürtige Oderbergerin und bietet Kanu-Touren auf der Alten Oder und auch auf der Oder selbst. Weite Strecken kann man fahren sogar bis nach Wriezen. Früher habe sie keinen Bezug zu dem Fluss vor der Tür gehabt. Nun locke er Touristen in die Stadt, von denen sie lebe. Genau wie die traditionsreiche – und für ihre riesigen Torten berühmte – Oderberger Kaffeestube von Corinna und Holger Rütz. Gemeinsam suchen sie nach weiteren engagierten Leuten für die Rettung der Stadt.

Wie Uwe Diebel. Er hat schon vor Jahren den Schritt gewagt und ist von Berlin-Tempelhof nach Oderberg gezogen. Die alte Apotheke war der richtige Ort für seinen Antikhandel. Uwe Diebel ist eine Art Jäger und Sammler von Antiquitäten mit Geschichte. Geschichte hat auch die Apotheke selbst, denn dort hatte einst König Friedrich Wilhelm IV. übernachtet. Historisch ist auch die Alte Seilerei, in der inzwischen die Künstlerin Johanna Martin lebt und arbeitet. Ein verwunschener Ort. Johanna Martin ist Bildhauerin. Ihre Skulptur „Der Schrei“ schwimmt zum „Tag der offenen Höfe“ im Wasser. Genau wie Uwe Diebel und viele andere öffnet sie ihren Hof für interessierte Besucher: am 8. und 9. 9., von 11 bis 17 Uhr.

Oderberg und die Schifffahrt gehören zusammen. Regelmäßig startet ein Fahrgastschiff vom Oderberger Bollwerk. Jens Schlößin ist der Ausflugskapitän. In diesem Sommer vertrieb die Hitze öfter mal die Kundschaft. Aber der Käpt'n gibt nicht auf und punktet mit einer Lampionfahrt zum Schiffshebewerk. Gleich nebenan ist das Binnenschifffahrtsmuseum. Dort liegt seit 1979 der Seitenraddampfer RIESA. Das 1897 gebaute Schiff fuhr mal mit 700 Leuten majestätisch über die Elbe. Heute liegt er auf dem Trockenen und ist die Attraktion des Museums.

Schnappschüsse von der Kunstaktion und frisch gebackener Torte 

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